Ein wahrlich jeckes Jubiläum

Er hat gerade den Auftritt beim Löricker Pfarrkarneval als Büttenredner hinter sich, und schon dreht sich das närrische Karussell für Karl-Heinz Stoffels weiter. Denn am 7. Februar feiert die KAB (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung) ab 18 Uhr ihren Kappenabend im Gemeindezentrum Baldurstraße 24. Diesmal ist Stoffels als Organisator dabei. Das Motto des Kappenabends lautet: „111 Jahre KAB“. Damit wird der närrische Geburtstag der Vereinigung gefeiert, deren Ableger die KAB-Komödienbühne ist. Es gibt noch einige Karten zum Preis von 20 Euro inklusive Buffet im Heerdter Photostübchen am Nikolaus-Knopp-Platz.

Gemeinsam mit Uschi Melzer, die zum Stamm der Heerdter Komödienbühne zählt und die die Verbindung zur KAB-Organisation hält, hat Stoffels für den Kappenabend ein Programm ausgetüftelt, das viel Unterhaltung verspricht. Dazu gehören unter anderem die „Knopp-Platz-Singers“ mit einer Playback-Show und die Cheerleader der DEG, die 2014 schon einen Auftritt in Heerdt hatten.

Erstmals dabei ist die KG-Regenbogen. „Ich habe sie im vergangenen Jahr beim Pfarrkarneval in Lörick gesehen, jetzt hole ich sie nach Heerdt“, sagt Stoffels. Einen besonderen Auftritt versprechen die „Sebelidus-Singers“. Sie werden ihre T-Shirts mit der Aufschrift „Sebelidus“ zerreißen.

Warum, wird noch nicht verraten – nur so viel: Am 1. Januar haben die linksrheinischen katholischen Kirchen fusioniert und heißen nun „St. Antonius und St. Benediktus“. Seit 1992 feiert die Heerdter KAB Kappenabende, 16 Jahre unter der Regie von Stoffels. Doch dann kam eine Durststrecke, denn der rührige Heerdter mit beachtlicher Brauchtumskarriere – 1970 gründete er das Fanfarencorps in Flingern – musste sich entscheiden, was er von seinen vielen Funktionen aufgeben will. Grund: Nach dem Tod von Erich Oberheid, Gründer der KAB-Komödienbühne, wurde Stoffels 2006 dessen Nachfolger.

„Daraufhin habe ich mich vom Kappenabend getrennt.“ Weil er ihn aber nicht „sterben“ lassen wollte, nahm er die Organisation wieder in die Hand. Die alten Zeiten aber sind dahin.

Uschi Melzer: „Wir haben die Leute nicht mehr, die sich ehrenamtlich einsetzen wollen. Früher hatten wir viel mehr Helfer und auch viel mehr Publikum.“ Es sei vorgekommen, dass wir wegen der großen Nachfrage einen zweiten Kappenabend organisierten.

„Es ist überall viel los, ein Überangebot an Festivitäten“, ergänzt Stoffels. Auf die Frage, warum die Beiden denn am Ball bleiben, antworten sie: „Wer anderen eine Freude macht, hat auch selber Spaß.“