Ein Vergleich kann sich lohnen

Wer im Internet bei Portalen wie Verivox nach günstigen Stromtarifen sucht, der kann sich über einen Mangel an Auswahl nicht beklagen. Auch wenn die Kunden dort eine Ersparnis gegenüber ihrem derzeitigen Tarif ablesen können, bleiben viele skeptisch und scheuen vor einem Wechsel zurück. Schließlich wirken auch Berichte über unseriöse Anbieter abschreckend. Und wer hat schon die Zeit und Energie sich durch das Kleingedruckte zu kämpfen? Dabei könnte jeder dritte Stromkunde Geld sparen, weil er den teuersten Grundversorgungstarif bezieht. Um den Kunden dies zu erleichtern hat die Verbraucherzentrale zusätzlich zu ihren Beratungen zum Energiesparen nun noch ein neues Angebot geschaffen für Kunden, die auf der Suche nach einem günstigeren Stromtarif sind. In einem persönlichen Beratungsgespräch ermitteln die Energie-Experten alternative Stromtarife von seriösen Anbietern.

„Wir haben die Daten der Firmen überprüft“, sagt Ulrike Brunswicker-Hoffmann, Leiterin der Düsseldorfer Verbraucherzentrale. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen wurden ebenso unter die Lupe genommen wie die Liquidität und Transparenz des Unternehmens sowie die Geschäftsführung. Denn gelegentlich gehen Firmen, die bereits als problematisch bekannt sind, auch noch mit einem neuen Tochterunternehmen auf den Markt. „Schon wer beim eigenen Versorger den Tarif wechselt, kann Geld sparen“, sagt Umweltberaterin Ewa Westermann-Schutzki.

Eine Beispiel-Rechnung: Verbraucht eine Familie 3600 kWh im Jahr, dann kostet das bei den Stadtwerken im Tarif „Düsselstrom Klassik“ (Grundversorgung) 996,38 Euro. Wählt sie den Online-Tarif „Düsselstrom direkt“, erhält sie Rechnungen und Benachrichtigungen über Preisänderungen per Mail und spart dadurch pro Jahr 58,08 Euro. Beim Tarif „Düsselstrom Garant“ spart sie zwar nur 20,33 Euro, dafür betragen Vertrags- und Folgelaufzeit nur sechs statt zwölf Monate, die Kündigungsfrist beträgt zwei statt sechs Wochen. Bei einem Anbieterwechsel können Kunden oft noch mehr sparen. So könnte die Familie mit der Firma Montana aus Grünwald etwa 127,48 Euro im Jahr gegenüber ihrem alten Tarif sparen, mit den Stadtwerken Flensburg 111,50 Euro. Die Ergebnisse des Beratungsgesprächs bei der Verbraucher-Zentrale bekommt der Kunde in einem Beratungsprotokoll ausgehändigt. „Wir geben keine Empfehlungen ab, sondern sagen, was bei einzelnen Punkten zu beachten ist. Die Entscheidung trägt der Kunde selbst“, sagt Westermann-Schutzki.

Für diese Leistung berechnet die Verbraucherzentrale neun Euro. Ist der Stromverbrauch gering, fällt die Ersparnis auf das Jahr gerechnet so gering aus, dass sich die meisten Kunden nicht die Mühe eines Wechsels machen. Ins Gewicht fällt die Ersparnis vor allem bei hohem Stromverbrauch. Brunswicker-Hoffmann rät dazu, erst einmal zu überprüfen, an welchen Stellen sich Strom sparen lässt. Ist der Stromverbrauch wirklich unverhältnismäßig hoch, lautet ein Tipp: alle Sicherungen ausschalten und nach zehn Minuten schauen, ob der Stromverbrauch trotzdem gestiegen ist. Ist dies der Fall, können Leitungen oder der Stromzähler defekt sein oder der Strom wird von einer anderen Person angezapft.

Gegen Kaution verleiht die Verbraucherzentrale außerdem Strommessgeräte, für die es allerdings bereits eine Warteliste gibt. Außerdem informiert ein kostenfreier Ratgeber darüber, welche großen Elektrogeräte im Schnitt, wie viel Strom verbrauchen.