Ein Stück Japan mitten in Düsseldorf

Reis, Misosuppe, gerillter Fisch, Natto und Tofu. Zum Frühstück. Ein Sushi-Meister mit langjähriger Erfahrung im hauseigenen Restaurant. Aus Japan importierter, geweihter Boden, im Eingangsbereich. In Düsseldorfer Hotels ist das nicht gerade die Regel.

Die Ausnahme bildet das Hotel Nikko, gelegen inmitten des japanischen Viertels der Stadt. Als junger Student schlenderte Yohei Hayashi vor vielen Jahren am Nikko vorbei. Er verbrachte auf einer Backpacker-Tour durch Europa wenige Stunden in Düsseldorf und ließ es sich natürlich nicht nehmen, „Little Tokyo“, wie der Kartendienst von Apple die Gegend nannte, zu besuchen. Zwar wohnen die meisten der rund 6500 Japaner in der Stadt in der Stadt im Linksrheinischen, in der Nachbarschaft des Hotel Nikko spielt sich allerdings das Geschäftsleben ab. Es gibt Reinigungen, Buchläden und Reisebüros, die ihre Dienste in erster Linie in japanischen Schriftzeichen bewerben, zahlreiche Läden, die japanische Lebensmittel, Geschirr oder Möbel anbieten.

Vom Backpacker ins 4-Sterne Hotel

Damals betrachtete Hayashi die Fassade des Hotels von außen, trug einen großen Rucksack auf dem Rücken. Nun sitzt er in perfekt sitzendem Anzug in der Lobby des Hotels. Yohei Hayashi ist „Director of Japanese Sales & Marketing“ und seit März in dem 1978 eröffneten Düsseldorfer Hotel, das mit seinen 386 Zimmer das größte Stadthotel in Düsseldorf ist. Die abstrakte Stellenbeschreibung bricht Christina Holländer, die für die Kommunikation im Hotel zuständig ist, herunter: „Hayashi ist die Schnittstelle zwischen den japanischen Firmen, den Geschäftspartnern und uns. Er ist unser Schlüssel in die japanische Gesellschaft.“

Hayashi hat schon viel von der Welt gesehen. In Tokyo geboren, lebte er in seiner Kindheit in Saudi-Arabien, Frankreich, dem Senegal und Ghana. Der Vater arbeitete bei einem internationalen Handelsunternehmen, deswegen zog es die Familie immer wieder durch die Welt. 2003 startete Hayashi bei „JAL Hotels“, einer Hotelkette der gleichnamigen japanischen Airline, deren Ableger Nikko Hotels ist. „Ich habe in meiner Zeit bei JAL nahezu jeden Job innerhalb eines Hotels gemacht. Habe die Betten gemacht, als Portier, Kofferträger und an der Rezeption gearbeitet. Bis zu meiner jetzigen Position war es ein weiter und steiniger Weg“, berichtet der 34-Jährige. Dafür arbeitet er täglich zwölf Stunden und ist seit seiner Ankunft in Düsseldorf von seiner Frau und den zwei Kindern die noch in Japan leben getrennt. Das wird sich allerdings bald ändern.

Im Juni soll die Familie nach Düsseldorf kommen. Derweil versucht der Familienvater seine Deutschkenntnisse aufzupeppeln: „Bislang blieb wenig Zeit zum Deutsch lernen, da habe ich großes Glück, dass meine deutschen Kollegen alle Englisch mit mir sprechen. Ich will aber so schnell es geht eine Sprachschule besuchen und die Sprache lernen.“

Genau die richtige Größe

Hayashi fühlt sich wohl in Düsseldorf, mag besonders die Rheinpromenade mit seinen vielen Bars und Restaurants. „Düsseldorf hat genau die richtige Größe. Ich finde hier alles was ich brauche und es ist nicht so hektisch und voll wie in Tokyo – das gefällt mir sehr gut.“ Das Nikko Hotel ist etwas ganz besonderes für ihn und er ist stolz auf seinen Arbeitsplatz, dass merkt man ihm jederzeit an. „Dieses Hotel ist etwas ganz besonderes, ein Stück Japan in der Mitte Europas.“