Ein Platz der Generationen
24.10.2008 | 20:48 Uhr 2008-10-24T20:48:54+0200PLANUNG. In der Altstadt entsteht ein modernes Domizil für die Bewohner von St. Anna - und drumherum viel neues Leben.
ALTSTADT. Die Alte Stadt verändert weiter ihr Aussehen: Nahe dem Bürgersaal an der Ratinger Straße steht demnächst ein neues kleines Viertel direkt neben der Kunstakademie. Zwischen Ritter- und Eiskellerstraße wird ein Seniorenstift und eine Anlage mit betreutem Wohnen von der Rheinwohnungsbau GmbH hochgezogen. Geschäftsführer Thomas Hummelsbeck stellte gestern den Gewinner eines Architektenwettbewerbs für das Karree vor, die HGBM-Architekten aus Flingern.
Läden und ein Café
Schon vor sieben Jahren kamen erste Planungen für die Ritterstraße auf, nach dem Verkauf des Theresienhospitals (die NRZ berichtete) wanderten aber alle bisherigen Entwürfe in den Papierkorb.
Die Neubauten entlang des dreieckigen Grundstücks passen sich mit verglasten Erkern und niedrigen Dächern den alten Häusern der Umgebung an. Zur Kunstakademie hin entsteht ein offener "Platz der Generationen", dort sollen Altenheimbewohner, Schüler und Kunststudenten zusammen kommen, dem dient ebenso ein Stadtteiltreff im Innenhof.
Das dreigeschossige Seniorenheim mit Platz für 84 Bewohner bietet im Erdgeschoss Platz für Arztpraxen, Apotheke, Friseur und auch ein Café. Im Passivhaus-Standard mit starker Dämmung und moderner Lüftung gebaut, liegen die Energiekosten bei höchstens 30 Prozent eines herkömmlichen Hauses.
Während eine Hälfte der Neubauten entsteht, können die 90 Bewohner des St. Anna-Stifts dort bleiben, sie ziehen später um in die neuen Häusergegenüber. Für die Schwestern der Michaelitinnen werden zehn Zimmer, eine Konvent und eine Kapelle integriert.
An der Ritterstraße ist ein Teil des Grundstücks für die Erweiterung des St-Ursula-Gymnasiums reserviert, dort sind bisher 25 Altenwohnungen geplant.
Die noch an der Ritterstraße lebenden 60 Mieter, versichert Josef Arnold vom Kirchenvorstand St. Lambertus, wurden inzwischen informiert, sie bekommen von der Kirche und der Wohnungsgesellschaft neue Angebote in der Altstadt oder in der Nähe.
Baubeginn ist 2010, Kosten rund 15 Millionen Euro. "Aber in der Altstadt können wir ja jederzeit alte Mauerreste finden", weiß Hummelsbeck. Und archäologische Funde würden den Bau verteuern.
16:07
Neubauten in der Altstadt? Ein Widerspruch! Weil aber an Altbauten keiner was verdienen kann, wird abgerissen. So wirds nie was mit dem Weltkulturerbe.