Ein lauter Pieps rettet Leben

„Rauchmelder sind Lebensretter!“ Feuerwehr-Chef Peter Albers appelliert an die Düsseldorfer, Rauchmelder in ihren Wohnungen zu installieren. Foto: Uwe Schaffmeister / WAZ Fotopool
„Rauchmelder sind Lebensretter!“ Feuerwehr-Chef Peter Albers appelliert an die Düsseldorfer, Rauchmelder in ihren Wohnungen zu installieren. Foto: Uwe Schaffmeister / WAZ Fotopool
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Düsseldorf.. Nach dem verheerenden Feuer in einem Aachener Wohnhaus, bei dem vergangene Woche drei Kinder starben, appelliert jetzt die Düsseldorfer Feuerwehr nochmals an Bewohner, Vermieter und Wohnungsgesellschaften, endlich Rauchmelder zu installieren.

„Es gab hier schon mehrere Brände, bei denen die Rauchmelder Leben gerettet haben“, betont Feuerwehrsprecher Heinz Engels.

Neue Gesetzesinitiative

Erst am 9. Dezember wurde die Eigentümerin eines brennenden Wohnhauses an der Straße „In der Buhlack“ in Hamm durch das Piepen eines Rauchmelders aus dem Schlaf gerissen. Sie schrie um Hilfe, weil ihr der Fluchtweg versperrt war. Der herbeieilende Sohn konnte sie im letzten Moment über eine Leiter retten.

Der Leiter der Stabsstelle im vorbeugenden Brandschutz, Dieter Seiter, begrüßt eine Gesetzesinitiative, damit der Einbau von Rauchmeldern vorgeschrieben wird. Eine solche Regelung gibt es in NRW derzeit noch nicht. Alarmgeräte sind hier nur in Geschäftshäusern, Industriekomplexen und Hotels Pflicht.

Gefährdet ist praktisch jeder: Denn Brände werden nicht nur durch Fahrlässigkeit, sondern oft durch einen Defekt in einem elektrischen Gerät im Haushalt verursacht. Die Feuerwehr stellt bei ihren Einsätzen immer wieder fest, dass in den meisten Wohnungen keine Rauchmelder vorhanden sind.

Diese Geräte schlagen schon bei geringer Qualm-Entwicklung laut Alarm und sollen auch tief schlafende Bewohner wecken, damit sie sich sofort in Sicherheit bringen können. Auf seine Nase allein kann man sich nicht verlassen. Der Geruchssinn funktioniert im Schlaf nicht. So passiert es immer wieder, dass Menschen im Bett ersticken, nur weil sie den sich schnell ausbreitenden Rauch nicht rechtzeitig bemerkt haben.

Die Feuerwehr appelliert an die Käufer von Rauchmeldern, auf die Qualität zu achten. In einem Fall waren früher Billigstgeräte ohne funktionierenden Sensor auf dem Markt. Normalerweise müsste durch den Rauch eine Fotozelle im Melder aktiviert werden, die den Alarm auslöst. Beim Kauf eines Rauchmelders sollte der Kunde auf das Zeichen DIN EN 14604, das CE-Zeichen mit Prüfnummer und das VdS-Zeichen (Qualitätskontrolle durch Dritte) achten. Auch müsse ein Warnsignal mindestens 30 Tage vor einem nötigen Batteriewechsel ertönen. Obligatorisch ist ein Testknopf, um sicherzustellen, dass Gerät tatsächlich funktioniert.

Notfalls auf den Schrank!

Die Feuerwehr empfiehlt inzwischen, nicht nur Rauchmelder im Flur, Schlaf- und Wohnzimmer sondern auch in der Küche zu installieren. „Dort entstehen die meisten Brände“, warnt Dieter Seiter.

Wer einen Melder nicht mit Schrauben und Dübeln an der Zimmerdecke befestigen oder für einen Batteriewechsel nicht auf die Leiter steigen kann, sollte ihn wenigstens unverdeckt auf einen Schrank legen.