Ein Kommentar von Götz Middeldorf

Sie sind mutig, die Jungs die in Niederkassel zum Ballettunterricht gehen. Dumme Sprüche von Freunden oder Klassenkameraden können ihnen nichts anhaben, sie haben statt dessen Freude an ihrem Sport, der für viele nichts für richtige Jungs ist.

Trotzdem: Es muss sich was ändern in unserer Gesellschaft, wo vermeintlich typische Rollenverteilungen längst nicht aufgebrochen sind: So lange es nur wenige KFZ-Mechanikerinnen oder Pilotinnen gibt, nur wenige männliche Kindergärtner oder Sekretäre und eben nur wenige Jungs die Ballett tanzen, so lange sind Eltern gefordert. Sie müssen im Rahmen einer von Toleranz (oder besser: Normalität) geprägten Erziehung ihren Kindern klar machen, dass es Jungs gibt, die Spaß haben am Tanzen und Mädchen, die gerne Fußball spielen. Mit „schwul“ hat das nichts zu tun, wie Tanzlehrer Adri Groenendyk richtig festgestellt.

Aber so lange das Wort „schwul“ auf unseren Schulhöfen noch als Schimpfwort gilt, haben Eltern und auch Lehrer ihre Aufgabe längst nicht erfüllt.