Ein Jahr Hospizdienst der Diakonie

Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten, ist die anspruchsvolle Aufgabe von ehrenamtlichen, ambulanten Hospizdiensten. Wer sich als Hospizbegleiter engagiert, besucht kranke oder sehr alte Menschen in deren Zuhause, schenkt ihnen Aufmerksamkeit und stärkt die Angehörigen. Diese Art von Unterstützung gibt es seit einem Jahr auch in einigen Pflegeheimen der Diakonie und soll weiter ausgebaut werden.

Die Idee für die palliative Versorgung durch den ambulanten Hospizdienst kam schon im September 2013 in den Arbeitskreisen der Heime auf. „Der Grundgedanke war, dass ältere Menschen auf ihrem letzten Weg nicht aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden“, erklärt Lydia Rauch, die das Pilotprojekt leitet. Ein Wechsel in die fremde, angsteinflößende Umgebung eines Krankenhauses soll den Bewohnern der Pflegeheime erspart bleiben. Um das zu ermöglichen, startete im Februar 2014 zum ersten Mal eine Schulung, in der zwölf Begleiter auf die palliative Betreuung der Bewohner vorbereitet wurden, zehn von ihnen betreuen seitdem regelmäßig Menschen am Lebensende.

„Wir schenken Zeit“, sagt Beate Ständer (64) eine der zehn Ehrenamtlichen, die die Bewohner am Lebensende begleiten. Sie habe dabei die Erfahrung gemacht, dass ihr Engagement auch für die Angehörigen tröstlich ist und diese entlastet. „Die Angehörigen können so ihre Situation und ihre Sorgen teilen.“ Mindestens drei Stunden pro Woche verbringen die Freiwilligen in den Häusern der Diakonie. Meist werden einzelne Bewohner besucht, besonders Vorlesen ist beliebt. „Wichtig ist, den Bewohnern das Gefühl zu geben, dass sie nicht vergessen werden, dass sie spüren das auch in ihren letzten Stunden jemand für sie da ist“, meint Ute Bartsch (51) eine weitere Ehrenamtliche des ambulanten Hospizdienstes.

Um die Eindrücke nach ihren Einsätzen, insbesondere nach Sterbebegleitungen, gut verarbeiten zu können, sei es wichtig mit jemandem darüber zu sprechen. Dazu seien gerade der Erfahrungsaustausch mit den anderen Ehrenamtlichen wichtig. Die Freiwilligen , im Alter von 27-79 Jahren treffen sich regelemäßig um über Erfahrungen zu sprechen und das „Lern- und Lehrprojekt“ weiter zu verbessern.

Auf die Frage, wie sie auf die Idee kam, beim Projekt mitzumachen, antwortet Ute Bartsch, dass vor allem eigene Erfahrungen mit Sterben und dem Tod sie dazu bewegt hätten. Sie habe ihre Eltern am Sterbebett begleitet und dabei bemerkt, dass andere Menschen dieses Glück nicht hatten. Darum habe sie sich sofort für das Projekt interessiert und sich daran beteiligt.

Auch auf ihr eigenes Leben wirke sich der Hospizdienst positiv aus. „Man wertschätzt das eigene Leben mehr , man freut sich auch an den kleinen Dingen und sieht die Welt mit anderen Augen.“