Ein Goldtopas für Nicole Heesters

Preisträgerin Nicole Heesters gestern in der Studioausstellung des Theatermuseums, wo noch bis zum morgigen Sonntag eine Ausstellung zum Thema Bühnenfotografie zu sehen ist
Preisträgerin Nicole Heesters gestern in der Studioausstellung des Theatermuseums, wo noch bis zum morgigen Sonntag eine Ausstellung zum Thema Bühnenfotografie zu sehen ist
Foto: Stella Mickeler Garcia
Was wir bereits wissen
Die Schauspielerin Nicole Heesters (78), Tochter des 2011 im Alter von 108 Jahren verstorbenen Schauspielers Johannes Heesters, erhält die älteste Auszeichnung im deutschen Theater für ihre hervorragende Arbeit.

Düsseldorf..  Als ,,das Glück ihres Lebens’’, bezeichnet die renommierte Schauspielerin Nicole Heesters ihre 13 Jahre am Düsseldorfer Schauspielhaus. Am Sonntag, 22. Februar, um 11 Uhr wird zum fünften Mal im Schauspielhaus die Verleihung des Goldtopas gefeiert. ,,Mit Nicole Heesters zeichnen wir eine der profiliertesten Theaterschauspielerinnen aus’’, sagte Düsseldorfs Kulturdezernent Hans-Georg Lohe.

Unter Karl Heinz Stroux gehörte Nicole Heesters, die an der Düsseldorfer Herzogstraße wohnte, von 1958 bis 1971 zu dem Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses. Sie spielte unzählige Rollen, angefangen mit der Lady Macbeth, geschrieben von William Shakespeare (1966), bis hin zu zeitgenössischen Werken von Heinrich Böll und Günter Grass.

Düsseldorfs Bürgermeister Friedrich Conzen sagte, es sei ihm ,,eine Ehre den Preis’’ zu überreichen, denn Nicole Heesters hat maßgeblich an der Gestaltung des Schauspielhauses mitgewirkt und durch ihre Arbeit, viele Düsseldorfer für das Theater begeistern können. ,,Ein Düsseldorf ohne das Schauspielhaus ist nicht denkbar’’, da sind sich Conzen und Heesters einig. Die Theaterarbeit, dem Film und Fernsehen vorzuziehen, ist für die Schauspielerin keine Frage. Kritisch äußert sie sich zu dem ,,Starrummel’’ der in der TV-Branche herrsche und möchte darauf hinweisen, dass eine Wertschätzung und Pflege der Schauspielkunst unabdingbar ist. ,,Das Theater ist ein kostbares Gut’, so die 78-jährige Tochter des 2011 im Alter von 108 Jahre verstorbenen Schauspielers Johannes Heesters.

Einst spielte sie die erste Tatort-Kommissarin, doch bereits nach drei Folgen verließ sie die Krimi-reihe wieder und kehrte zum Theater zurück. Im Showgeschäft stehe man als Schauspieler so unter Zeitdruck, dass man gar keine Zeit mehr habe um sich in seine Rollen hineinzufühlen. Und Zeit, habe sie gelernt ,,ist ein Luxus, den ich mir immer holen werde.’.

Vielleicht ist dies das Geheimnis dieser beeindruckenden Biografie, die keinen Zweifel daran lässt, dass es sich um eine leidenschaftliche, bewundernswerte und inspirierende Persönlichkeit handelt.

Nicole Heesters berichtet, dass sie 1957 in Wien Karl Heinz Stroux begegnete der sie nach Düsseldorf holte. ,,Die beste Entscheidung ihres Lebens’’ den Vertag am Schauspielhaus anzunehmen, da ist sie sich sicher. Sehr rührend und emotional spricht sie in Erinnerung über ihre Schauspieltage, die Milchbar und ihre Kollegen in Düsseldorf.

Gustav Lindemann gründete nach dem Tod seiner Frau, der renommierten Schauspielerin Louise Dumont, ihn ihrem Gedenken die Auszeichnung des Goldtopas. Lindemann, der Mitbegründer des Düsseldorfer Schauspielhauses, wollte mit der Halskette, an der ein in Perlen gefasster Topas hängt, die Leistung herausragender Künstlerinnen ehren, wie am Sonntag Nicole Heesters.