Ein Garten für alle Sinne
13.04.2009 | 15:43 Uhr 2009-04-13T15:43:00+0200Der Venusteich ist entschlammt, das Rasenparterre exakt gerundet, und Goethe auf seinem Sockel wird jetzt dezent von unten angestrahlt.
Dem poetischen Jacobigarten hinter dem Malkasten ist die sanfte Sanierung gut bekommen. „Ich wünsche mir, dass sich viele Besucher für diesen wunderbaren Park und seine Geschichte interessieren und mit allen Sinnen entdecken”, sagt Robert Hartmann, der Vorsitzende des Künstlervereins Malkasten.
Noch funktioniert das neue Drehkreuz hinter dem vergrößerten Biergarten nicht. Aber es deutet an, dass das kunsthistorische Kleinod in der City in diesem Sommer erstmals für jedermann täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet ist. Zwei Euro wird der Eintritt kosten.
Einen Termin für die offizielle Einweihung gibt es noch nicht. Aber gestern wurde es im Jacobigarten wieder sehr lebendig, als Mitglieder, Gäste und deren Kinder auf Ostereiersuche gingen. Zwei menschengroße Hasen waren dabei. Als echte Fluchttiere suchten sie das Weite, sobald die Kinder sie jagten. Ein Vergnügen für die Kleinen, eine gern gepflegte Tradition für die Erwachsenen. „Unsere älteren Mitglieder haben diesen Brauch schon als Kinder erlebt”, erzählt Hartmann.
Eine große Vergangenheit hat dieser private historische Garten in Pempelfort, den die Malkästner gern „Malkastengarten” nennen und der heute zum Projekt „Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas” gehört.
Verwunschen, verwildert und gefährdet war er, als 2004 nach dem Konzept des Landschaftsarchitekten Achim Röthig die Sanierung begann. Land und NRW-Stiftung haben mitfinanziert. Den Löwenanteil mit 624 000 Euro übernahm die Stadt und schloss daran die Bedingung, der Garten möge öffentlich zugänglich werden. Denn bisher war er nur über die Terrasse des Restaurants zu erreichen.
Seitdem ist viel geschehen - immer mit dem Ziel, durch eine behutsame Sanierung den Charme des historisch Gewachsenen zu erhalten. Die Bildwerke wurden gereinigt, die Brücken gesichert und erneuert, die Wege mit wassergebundener Decke versehen, Beete und Rasenflächen mit schmalen Stahlbändern eingefasst. Vom Denkmalamt über die Baumgutachter bis zur Wasserbehörde sei eine Vielzahl von Abstimmungen nötig gewesen, berichtet Landschaftsarchitekt Thomas Wündrich, Gartenvogt des Künstlervereins.
Die meisten Arbeiten sind für das Auge unsichtbar, entweder im Boden versteckt oder so rücksichtsvoll ausgeführt, dass sie nicht auffallen. „Wenn die Leute erstaunt sagen, es habe sich ja gar nichts verändert, dann ist das für uns das schönste Kompliment”, so Wündrich.
Wohltuend die barocke Achse, neu erlebbar die Düssel-Wege. Die alten Bänke aus Gusseisen und Holz wurden aufgefrischt, Pflanzen neu gesetzt, Tore installiert. Jacobi und Achenbach warten noch auf die Generalreinigung. Im rückwärtigen Teil erinnern vier neu gepflanzte Birnbäume an den früheren Nutzgarten. Ein historischer Löwenkopf wird in Kürze auf einen nagelneuen Sockel gesetzt. Ein alter Schuppen wurde in zwei raumgroße Glasvitrinen umgebaut, in denen Gartenausstellungen geplant sind. Eine Skulpturen-Ausstellung im Park planen die Malkästner zurzeit nicht. „In diesem Jahr ist der Park unser Museum”, sagt Hartmann.
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