Ein ganz großer Mime

Der vielfach ausgezeichnete Film- und Theaterschauspieler Günter Lamprecht feiert seinen 85. Geburtstag am 21. Januar im Filmmuseum Düsseldorf. Ab 19 Uhr wird er im Kino Black Box aus dem ersten Teil seiner Biografie „Und wehmütig bin ich immer noch“ lesen; anschließend ist sein persönlicher Lieblingsfilm „Milo Barus, der stärkste Mann der Welt“ zu sehen.

Günter Lamprecht wurde 1930 als Sohn eines Taxifahrers in Berlin geboren. Nach einer nicht beendeten Lehre als Dachdecker arbeitete er eine Zeitlang als Orthopädiehandwerker. Ab 1953 besuchte er die Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel und erhielt ein erstes Theaterengagement am Schauspielhaus Bochum, von wo er nach Oberhausen wechselte. Bald folgten erste Fernsehrollen, so an der Seite von Willy Millowitsch im Schwank „Der Meisterboxer“ von 1968.

Die Begegnung mit dem legendären Rainer Werner Fassbinder brachte den Durchbruch: Nach einigen Nebenrollen in Fassbinders Filmen („Welt am Draht“, „Martha“, „Die Ehe der Maria Braun“) erhielt er in der Verfilmung von „Berlin Alexanderplatz“ 1980 seine erste Hauptrolle. Seine Darstellung des Franz Biberkopf verschaffte ihm auch international Bekanntheit und Anerkennung. 1981 drehte Henning Stegmüller einen Spielfilm über den legendären Kraftsportler der 1930er-Jahre Emil Bahr alias Milo Barus, der Telefonbücher zerriss, Pferde hochstemmte und voll besetzte Busse anhob. Ihm verlieh Günter Lamprecht Gesicht, Statur und Stimme. Es ist bis heute seine Lieblingsrolle.

Im Anschluss an seine Lesung wird dieser Film nach nahezu 30 Jahren wieder erstmals im Kino zu sehen sein, mit einer kurzen Einführung von Lamprecht persönlich. Als „Tatort“-Kommissar Franz Markowitz erlangte Lamprecht zwischen 1991 bis 1996 seine bis dahin größte Popularität. Bekannt ist er auch durch viele Charakterrollen in Filmen wie „Die große Flatter“ (1979), „Das Boot“ (1981) oder „Comedian Harmonists“ (1997). Anlässlich des 85. Geburtstages zeigt die Black Box, Schulstraße 4, im Januar und Februar eine kleine Retrospektive. Zu sehen sind unter anderem „Epsteins Nacht“ (heute, 18 Uhr) und alle Folgen von Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“ (ab 3. Februar). Mehr Infos unter: www.duesseldorf.de/filmmuseum.