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Düsseldorf will eigenes Haus für das Ballett bauen

12.12.2012 | 21:00 Uhr
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Düsseldorf will eigenes Haus für das Ballett bauen
„Giselle“ tanzt noch ihr Ballett in der Deutschen Oper am Rhein, bald soll ein neues Ballethaus gebaut werden.

Düsseldorf.  "Sparen!" lautet der Auftrag an die Kulturbetriebe in Düsseldorf. Doch kurz bevor der stark kritisierte Kulturetat verabschiedet wird, will OB Dirk Elbers dem Ballett noch etwas Gutes tun: Die Stadt plant mit Hilfe eines privaten Investors den Bau eines eigenen Balletthauses.

Einen Tag vor der Verabschiedung des Haushalts im Rat und damit auch des heftig kritisierten Kulturetats sorgte OB Dirk Elbers am Mittwoch für einen Paukenschlag: Die Stadt wird mit Hilfe eines privaten Investors ein Balletthaus von 3000 Quadratmetern Fläche bauen. Es soll der 48-köpfigen Compagnie des mehrfach ausgezeichneten Choreographen der Oper, Martin Schläpfer (52), vor dem früheren Rheinbahndepot „Am Steinberg“ Raum für Proben und die Ballettschule bieten. Zudem verlängerten Schläpfer und Generalmusikdirektor Axel Kober wie schon Oper-Generalintendant Christoph Meyer ihre Verträge bis 2019.

Signal an Duisburg

Damit wird außerdem ein deutliches Signal für die Kooperation der Deutschen Oper am Rhein mit Duisburg gesetzt, ließen alle Beteiligten am Mittwoch durchblicken.

„Oper und Ballett gehören zu den bedeutendsten Häusern in Deutschland“, lobte OB Elbers. Schläpfer, seit 2009 an der Oper, hatte bereits ein Angebot aus Berlin, habe sich aber für Düsseldorf entscheiden. „Ich brauche einen Acker“, umschrieb der jüngst mit dem Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnete Choreograph seinen Wunsch, an einem festen Ort zu arbeiten. „Auch für meine Compagnie ist es wichtig, eine Zukunft zu haben“, so Schläpfer.

Das alte Probenhaus in Oberkassel ist für 48 Tänzer und die 55 Ballettschüler längst viel zu klein. Für das neue Balletthaus soll daher ein privater Investor gesucht werden, so OB Elbers, das Gebäude werde dann angemietet. Bis zum Sommer nächsten Jahres sollen laut Elbers bereits Planung und Baurecht stehen und der Bau beginnen, im Sommer 2014 das Balletthaus bereits fertig sein.

Duisburg zahlt für die gemeinsame Oper 10,5 Millionen Euro, Düsseldorf 24 Millionen, für das Ballett sind 4,5 Millionen Euro berechnet. Die hoch verschuldeten Duisburger wollten aber 1,5 Millionen Euro Zuschuss streichen. Mit Blick auf die Entscheidung des dortigen Rats im März 2013, wie die Opern-Ehe weiter geht, meinte Elbers: „Wichtig ist, dass beide Seiten ihren Anteil bringen. Wir erwarten von Duisburg ein klares Bekenntnis.“ Mit dem Bau des Balletthauses „dokumentieren wir, wie wichtig dem Oberbürgermeister das Ballett ist“, so Elbers zur Kritik der Opposition.

Grüne kritisieren Sparzwang

Die Grünen kritisieren allerdings am Kulturetat einen anderen Bereich als die Oper: Sie fordern bei der Haushaltsdebatte am Donnerstag im Stadtrat, dass die vorgesehenen Kürzungen im Personalbereich von 450.000 Euro zurück genommen werden, ebenso der Stellenstopp. „Wie sollen denn die Symphoniker eine 1. Geige ersetzen, wenn's keine neue Stelle gibt?“, verdeutlicht das Karin Trepke (Grüne).

Betroffen davon sind zudem Stadtbüchereien (minus 135.000 €), sowie Stadtmuseum (minus 15.000 €). Für das Zakk, das bereits am Personal sparen muss, sollen über 45.000 Euro Zuschuss gekürzt werden, das müsse gestrichen werden, fordert Ratsfrau Clara Deilmann: „Auf Dauer werden so unsere hervorragenden Institute kaputt gespart, und die hiesige Kultur wird provinziell!"

Jo Achim Geschke

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2012-12-12 21:00
Düsseldorf,Kultur,Oper,Ballett,Sparzwang
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