Ehefrau nach ständigem Streit erwürgt - knapp drei Jahre Haft

Das Landgericht verurteilte einen 32-Jährigen, der seine Frau erwürgt hat, zu knappen drei Jahren Haft.
Das Landgericht verurteilte einen 32-Jährigen, der seine Frau erwürgt hat, zu knappen drei Jahren Haft.
Foto: Kurt Michelis
Was wir bereits wissen
Das Düsseldorfer Landgericht verurteilte einen 32-Jährigen Chinesen wegen Totschlags im minder schweren Fall zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft. Der Angeklagte war von seiner jungen Frau (24) wochenlang beschimpft und geschlagen worden, im letzten Dezember wehrte er sich und erwürgte sie.

Düsseldorf.. Zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilte das Landgericht gestern den 32-Jährigen, der seine Frau erwürgte. Das Gericht stufte die Tat als minder schweren Fall des Totschlags ein, folgte darin und im Strafmaß dem Antrag des Staatsanwalts.

Der Chinese hatte in Düsseldorf gearbeitet, im letzten Jahr in seiner Heimat die 24-Jährige geheiratet. Sie kam im September zu ihm. Doch das Paar hatte oft Streit, bei dem sie ihn beschimpfte und sogar schlug.

Er drückte zu, bis sie sich nicht mehr bewegte

Am 22. Dezember sagte er ihr, er ziehe zu einem Kollegen. Sie beleidigte und schlug ihn wieder. Er wehrte sich schließlich, drückte ihr dann die Kehle zu, bis sie sich nicht mehr bewegte. Er rief die Polizei, sie starb wenige Tage später im Krankenhaus.

Prozess Das Gericht glaubte ihm, dass er vor der Tat „ein regelrechtes Martyrium“ durchlitt, weil es Tondokumente gibt: Der 32-Jährige hatte seine Frau, die keine Scheidung wollte, anzeigen wollen, daher ihre Auseinandersetzungen mit einem Diktiergerät aufgenommen. Einmal fragte er sie, warum sie ihn schlägt. „Weil es mir Spaß macht“, war die Antwort.

In der Aufnahme vom 22. Dezember war zu hören, wie sie ihn mit Beleidigungen überschüttet. Später ruft sie unzählige Male: „Ich habe einen Fehler gemacht!“ Doch der Angeklagte hört nicht auf, sie zu würgen.

Psychische Ausnahmesituation

Nach Einschätzung eines Gutachters war er in einem psychischen Ausnahmezustand und nicht mehr vollständig fähig, sein Handeln zu steuern. Die Tat passe nicht zu ihm, er sei eher ängstlich.

Der Verteidiger wertete die Tat als Körperverletzung mit Todesfolge, sein Mandant habe nicht ihren Tod gewollt. Er forderte zwei Jahre auf Bewährung. Doch das Gericht widersprach: „Er wollte, dass sie stirbt, um die Situation zu beenden.“