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Duisburgs OB stützt Meyer

05.07.2012 | 19:09 Uhr
Duisburgs OB stützt Meyer
Am Freitag den04.05.2012 lädt die Oper zur Jahres PK.Im Bild Generalintendant Christoph Meyer . Foto:kai Kitschenberg/WAZFotoPool

Düsseldorf. Es kracht heftig zwischen den Partnern der Opern-Ehe. Düsseldorf ist empört, dass Duisburg immer noch nicht über die Vertragsverlängerung von Intendant Christoph Meyer entschieden hat.

Die aktuelle Stimmung zwischen den Opernehe-Partnern Düsseldorf und Duisburg gleicht der Großwetterlage: gewittrig geladen. Die eben erst gegenseitig bekräftigte Absicht, sich 2014 nicht scheiden zu lassen, scheint bereits Makulatur angesichts der Debatte um die Vertragsverlängerung von Intendant Christoph Meyer.

Bei der Sondersitzung des Duisburger Rates vergangenen Dienstag hatte es keinen Beschluss über eine Fortführung des Vertrages mit Meyer bis 2019 gegeben. Obschon Düsseldorfs OB Dirk Elbers einen Brandbrief an Duisburgs Stadtdirektor Peter Greulich geschrieben hatte, diese Entscheidung „dringend“ auf die Tagesordnung zu setzen.

Hitzige Sitzung

Bei der Gesellschafterversammlung mit Vertretern beider Städte sowie des Freundeskreises am Mittwoch kam es dann zum Eklat. Elbers brach die ‘hitzige“ Sitzung ab. „Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass die Duisburger sich in der zentralen Personalfrage so verantwortungslos verhalten,“ so der OB . Meyer leiste sehr gute Arbeit und habe die Deutsche Oper am Rhein an die Spitze der Opernhäuser geführt. „Es gibt keinen Grund, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Diese Debatte schade dem Haus und stifte Unruhe unter den Mitarbeitern. „Das kann und werde ich nicht akzeptieren.“

Wankelmütig

Zu konkreten Konsequenzen wollte das OB-Büro sich gestern allerdings nicht äußern. Die Zeit drängt, auch wenn die grundsätzliche Kündigungsfrist der Theatergemeinschaft auf den 31. Oktober verschoben wurde. Muss doch alsbald entschieden werden, wie die Oper künftig mit rund einer Million weniger aus dem unter Spardruck stehenden Duisburger Stadtsäckel seinen qualitativen Spielplan aufrecht erhalten kann. Und was mit dem Aushängeschild Schläpfer-Ballett passiert? Welche Kooperation noch aussichtsreich erscheinen? Ganz abgesehen davon, ob Martin Schläpfer überhaupt noch einer so wankelmütigen Rheinopernehe die Treue halten möchte und sich nicht anderweitig orientiert... Und wie - bei Musiktheatern üblich - mit langen Planungsvorläufen umgehen, wenn die zentrale Figur, der Intendant, um seinen Vertrag bangen muss?

Längst ist die sich duellierende Duisburger Politik gefragt. Aus SPD-Kreisen hieß es gestern, der neue OB Sören Link wolle das Gespräch mit Christoph Meyer suchen. Der Intendant, der sich gestern einem operativen Eingriff unterziehen musste, äußert sich nicht. „Wir nehmen das zur Kenntnis“, kommentierte Sprecherin Tanja Brill gestern den politischen Streit.

Kein Termin

Von Düsseldorf gibt es ein eindeutiges Votum für weitere fünf Jahre mit Christoph Meyer. Die Verzögerungstaktik der Duisburger legte den Ruch von Misstrauen nahe. Gestern allerdings verkündete der eben erst gewählte Duisburger Oberbürgermeister Sören Link: „Ich schätze die Arbeit und das Engagement von Christoph Meyer. Die Stadt steht zum Generalintendanten. Ich gehe davon aus, dass der Vertrag verlängert wird.“ Auch Duisburgs Kulturdezernent Karl Janssen ließ verlauten, er stehe hinter der Trias Meyer/Schläpfer/Kober.

Ob als Dringlichkeitsentscheidung oder in einer weiteren Sondersitzung des Rates - einen konkreten Termin zur definitiven Klärung der Vertragsverlängerung für Christoph Meyer gibt es aber nicht. An dieser Entscheidung hängt nicht weniger als der Fortbestand der Ehe. Und ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich eben nicht ungeniert.

Ulrike Merten


Kommentare
06.07.2012
07:39
Duisburgs OB stützt Meyer
von ArminKlaes | #1

Sören Link muss nach dem angemessenen Gedenkort für die loveparade-Opfer sein zweites Meisterstück in kurzer Zeit vollbringen, ich habe keinen Zweifel, dass er und die SPD hinter Theaterehe und letztlich hinter Intendant Prof.Meyer steht, aber viel zerbrochenes Porzellan in Düsseldorf kitten muss, damit sich die Theaterehe mit Düsseldorf harmonisch und fruchtbar weiter so erfolgreich entfalten kann und zwar einschließlich der Lösung offener Probleme: Die Auslastung von Duisburg muss wieder von aktuell 59 auf 79 % kommen wie vor einigen Jahren, dann ist bereits eine halbe erwirtschaftet von der geforderten eine Million €!

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