Düsseldorfs teure Spaziergänger

Der Stadtrat hat die Sofort-Pension für Ex-Oberbürgermeister Dirk Elbers beschlossen (NRZ von gestern). Der bekommt jetzt als 55-Jähriger Monat für Monat um die 4200 Euro aus der Stadtkasse. Den Steuerzahler kommt das teuer. Ähnliche Beispiele gab es allerdings viele.

Hinter vorgehaltener Hand wird Andreas Goßmann als „teuerster Spaziergänger Düsseldorfs“ bezeichnet. Hintergrund ist, dass 2013 sein Vertrag als Vorstand der Stadtsparkasse, eine öffentlich-rechtliche Institution, nicht verlängert worden ist. In diesem Vertrag stand ein Passus, der ihm jährlich rund 200 000 Euro zusichert, sofern er nicht einen neuen Posten übernimmt. Beim derzeitigen Sparkassen-Chef Arndt Hallmann sollen ähnlich großzügige Konditionen im Vertrag stehen. Mancher vermutet, dass sich Hallmann deshalb so kompromisslos im Streit mit Geisel um eine Sparkassen-Ausschüttung an die Stadt zeigt.

Teuer endete auch der Streit zwischen dem früheren OB Elbers und seinem damaligen Wirtschaftsdezernenten Wilfried Kruse. Der Liberale wurde erst an die IT-Kooperation Rheinland in Neuss „ausgeliehen“, während er vom Düsseldorfer Rathaus weiterhin seine Beigeordneten-Besoldung nach B 7 (mehr als 8000 Euro im Monat) erhielt. Mit 60 wurde Kruse schließlich in den vorgezogenen Ruhestand geschickt.

Als die Personaldezernentin Ulrike Löhr (SPD) 2007 nicht wiedergewählt wurde, war sie erst 47 – ihr stand die Hälfte ihrer Beigeordneten-Bezüge zu, solange sie kein neues Arbeitsverhältnis einging. Wenig später machte sich die Juristin als Beraterin selbstständig.

Das Land musste 2010 monatelang die doppelte Summe für die Spitze der Bezirksregierung Düsseldorf (Besoldungsgruppe B 7, ähnlich wie Beigeordnete) ausgeben. Der Grund: Die Grünen wollten den Posten mit Anne Lütkes besetzen, der Düsseldorfer Jürgen Büssow (SPD) musste Monate vor Erreichen der Altersgrenze das Feld räumen – und erhielt bis dahin die volle Besoldung.

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