Düsseldorfs Oper will sich stärker für die Jugend öffnen

Opern-Intendant Christoph Meyer freut sich unter anderem auf eine deutsche Spieloper.
Opern-Intendant Christoph Meyer freut sich unter anderem auf eine deutsche Spieloper.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Opern-Intendant Christoph Meyer setzt in der neuen Spielzeit auf flexible Tickets und Nachwuchsprojekte, um jüngeres Publikum anzulocken.

Die Oper pflegt nicht nur ihr Stammpublikum, sondern will weiterhin das Angebot für junges Publikum steigern. Großer Beliebtheit erfreuen sich, so Intendant Christoph Meyer bei der Vorstellung seines siebten Spielplans, die Gutschein-Karten. Karten für acht, sechs oder vier Vorstellungen, die einem Opernfan Flexibilität und Wahl-Freiheit bei attraktiven Preisen (Vierer-Karte ab 40 Euro) ermöglichen, zieren daher auch in der Saison 2015/2016 das Angebot.

Wenn auch die Tarifsteigerungen um zwei Prozent (im Personal- und Sachkostenbereich) zu Einsparungen zwingen, wird die Stadt dennoch die Mehrkosten (durch höhere Tarife) zu 72 Prozent tragen. Den Rest muss die Oper durch höhere Einnahmen aufbringen. Immerhin trägt die Stadt Düsseldorf vom Gesamtbudget von 44,1 Millionen Euro insgesamt 25, 1 Millionen, das Land wird sich weiter mit etwa 1,8 Millionen beteiligen. Der Freundeskreis wird künftig 315 000 Euro zuschießen (etwa 50 000 weniger als in der vorherigen Saison).

„Endlich mal wieder eine deutsche Spieloper“

Folgende Premieren erwartet die Besucher im Düsseldorfer Haus: Zur Eröffnung im September steht Strauss’ „Arabella“ auf dem Programm, inszeniert von der 42-jährigen Berlinerin Tatjana Gürbaca, die von Kritikern wegen ihrer aufregenden und manchmal provozierenden Inszenierungen 2013 zur Opernregisseurin des Jahres gekürt wurde. Es folgen die Kálmán-Operette „Die Zirkusprinzessin“, Verdis „Don Carlo“ (Italienische Fassung), der „Goldene Hahn“ von Rimksi-Korsakov und Otto Nicolais „Die Lustigen Weiber von Windsor“. Letzteres inszeniert von Dietrich Hilsdorf und dirigiert von GMS Axel Kober.

„Endlich mal wieder eine deutsche Spieloper“, strahlt Kober. Sie werde unterschätzt, meint er, sei aber schwierig in Szene zu setzen. Doch Hilsdorf wird da schon etwas einfallen. Kober freut sich außerdem, dass er den usbekischen Jung-Maestro Aziz Shokhakimov (bei Tonhallen-Konzerten mit den Symphonikern bejubelt, wie auch beim jüngsten Japan-Gastspiel) als Kapellmeister fest an der Oper engagieren konnte.

Neu ist das Young Director’s Project mit den Nachwuchs-Regisseuren Tibor Torell und Philipp Westerbarker. Die beiden Newcomer werden unter anderem Leonard Bernsteins Einakter „Trouble in Tahiti?“ herausbringen.

Ballett-Abend im Zeichen des Nachwuchses

Ansonsten im Repertoire: Zahlreiche Werke aus Klassik, Romantik und Moderne. Natürlich auch der Renner der laufenden Saison: Mozarts „Zauberflöte“ in der Stummfilm-Inszenierung von Barrie Kosky, die bis jetzt schon von 33 000 Zuschauern bejubelt wurde. Außerdem die bekannten Gala-Konzerte des DRK und der deutschen Aids-Stiftung, wie auch das Sonderkonzert des Freundeskreises im Juni 2016 mit der weltbekannten Mezzosopranistin Elina Garanca.

Neben vier neuen Ballett-Dreiteilern mit bedeutenden Choreographen aus drei Jahrhunderten wird ein Abend ganz im Zeichen des eigenen Nachwuchses aus der Kompanie stehen. Martin Schläpfer, der sich schon jetzt auf das neue Balletthaus freut (Einweihung im August), gibt drei Tänzerinnen und drei Tänzern die Möglichkeit, eigene Stücke auf die große Bühne zu bringen, darunter auch die Hongkong-Chinesin Wun Sze Chan und der Franzose Alban Pinet. Dass Schläpfers Kompanie weiterhin auf Erfolgskurs ist, beweisen auch Gastspiele in Edinburgh und Tel Aviv.