Düsseldorfs OB macht Sicherheit beim Karneval zur Chefsache

Düsseldorfs OB Geisel will sich persönlich der Sicherheit beim Kölner Straßenkarneval annehmen.
Düsseldorfs OB Geisel will sich persönlich der Sicherheit beim Kölner Straßenkarneval annehmen.
Foto: Kai Kitschenberg/FunkFotoServices
Was wir bereits wissen
Düsseldorfs OB Geisel will sich persönlich der Sicherheit beim Straßenkarneval widmen. Die Polizei will derweil "keine Hektik" aufkommen lassen.

Essen/Düsseldorf.. Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) macht die Sicherheit beim Straßenkarneval nach den Übergriffen von Köln zur Chefsache. "Ich kann Ihnen versichern - wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um zu verhindern, dass dies hier in Düsseldorf passiert", sagte Geisel in einer Video-Botschaft. Am Donnerstag habe er ein Gespräch mit dem Düsseldorfer Polizeipräsidenten: "Dabei wird dieses Thema ganz oben auf der Tagesordnung stehen."

Geisel übte außerdem Kritik an der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und ihren umstrittenen Verhaltenstipps für Frauen: "Es kann nicht darum gehen, dass Frauen ihr Verhalten ändern müssen. Sie sind Opfer, nicht Täter. " Es könne nicht angehen, dass "Frauen und Mädchen sich in unserer Straßen nicht mehr sicher fühlen, weil marodierende, brutale Banden ihr Unwesen treiben", so Geisel.

Düsseldorfer Polizei plant vorerst keine verstärkte Präsenz

Übergriffe Die Düsseldorfer Polizei hingegen plant trotz der Übergriffe in Köln vorerst keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen für den Straßenkarneval. "Wir wollen keine Hektik aufkommen lassen", sagt ein Sprecher der Polizei. Man werde zunächst die Ermittlungen der Kölner Kollegen verfolgen: "Wir wollen der Ermittlungskommission Zeit geben." Eine erhöhte Präsenz der Polizei sei erst nach gründlicher Analyse eine Option.

Dass dann möglicherweise nicht mehr genügend Zeit bleibt um ein neues Sicherheitkonzept zu erarbeiten, streitet die Polizei ab: "Solche Einsätze werden üblicherweise bis wenige Tage vor dem Ereignis geplant." Auch vom NRW-Innenministerium gibt es derzeit keine Anweisung, die Präsenz zu erhöhen. "Wir überlassen die Einschätzung den Polizeibehörden vor Ort, gehen aber davon aus, dass die Ereignisse von Köln in diese Bewertung einfließen", so ein Sprecher.

Karnevalskomitee will keine Sondertreffen nach Vorfällen

Trickdiebstahl "Es gibt nach den Vorfällen von Köln keine Sondertreffen oder Ähnliches", sagt Hans-Peter Suchand, Sprecher des "Comitee Düsseldorfer Karneval", das für die Organisation des Straßenkarnevals verantwortlich ist. Wie üblich werde man sich jedoch mit Polizei, Feuerwehr und anderen Beteiligten treffen, um über das finale Sicherheitskonzept zu sprechen. Das werde aber frühestens kommende Woche passieren, so Suchand.

Silvester-Übergriffe in Köln Nach Polizeiangaben hatten sich am Silvesterabend in Köln etwa 1000 Männer auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt, die mit Feuerwerkskörpern um sich warfen. Als die Polizei einschritt, bildeten sich viele kleinere Gruppen. Danach sollen Frauen sexuell bedrängt und ausgeraubt worden sein, etwa 100 Strafanzeigen gingen bis Mittwochmittag ein. Als Reaktion hatte Kölns Polizei-Präsident Wolfgang Albers am Dienstag angekündigt, die Polizeipräsenz beim Straßenkarneval zu erhöhen. In Düsseldorf kam es nicht zu vergleichbaren Vorfällen.