Düsseldorfs Kegler sterben aus

Während Kegler früher kaum an freie Bahnen kamen, sind die Wirte heute froh, wenn die Bahnen überhaupt besetzt sind.
Während Kegler früher kaum an freie Bahnen kamen, sind die Wirte heute froh, wenn die Bahnen überhaupt besetzt sind.
Foto: Daniel Tomczak
Was wir bereits wissen
Es gibt immer weniger Mitglieder in den Düsseldorfer Kegelclubs. Wirte müssen sich umstellen. Anzeigen werden geschaltet.

Düsseldorf..  Immer häufiger schalten Düsseldorfer Freizeitkegler Anzeigen, in denen sie dringend nach neuen Mitgliedern für ihre Clubs suchen. Das Interesse am Kegeln scheint mehr und mehr nachzulassen. Vorbei mit Pudelwerfen, „Gut Holz“ und „Alle Neune“.

Auch Horst Waldhoff, Mitglied im Kegelclub „Zur Freude“, der schon seit den 1960ern besteht, sieht dieses Problem. „Vor allem in den letzten paar Jahren ist es schwierig geworden, neue Mitglieder zu finden“, so Waldhoff, der bereits seit 1974 die Kegelkugel auf die Bahn bringt. Während seine Freizeitrunde vor 20 Jahren noch stetig zehn bis zwölf Mitglieder hatte, liegt die Zahl nun dauerhaft darunter. „Es gibt einen kontinuierlichen Abstieg“, erklärt Waldhoff weiter. „Das war vor 20 Jahren noch wesentlich anders.“

Es gibt keinen Nachwuchs

Auch der Schwerpunkt für die Wirte habe sich geändert, meint Waldhoff. Während Kegler früher kaum an freie Bahnen kamen und einen recht hohen Mindestverzehr erreichen mussten, um überhaupt reservieren zu können, sind die Wirte heute froh, wenn die Bahnen überhaupt besetzt sind.

Dass sich nur schwer Nachwuchs findet, liegt sicher auch am hohen Durchschnittsalter der Kegler: Das älteste Mitglied des Kegelclubs „Zur Freude“ ist mittlerweile 77, das jüngste 62 Jahre. „Trotzdem sind wir gut in Form“, sagt Waldhoff. „Wir wären auch für jüngere Mitkegler offen, aber die meisten wollen lieber in ihrer eigenen Altersgruppe bleiben.“

Das steigende Alter sieht auch Hille Krause vom Damenkegelclub „Düsselspatzen“ als mögliche Erklärung für fehlende Mitglieder. Mit einem Schnitt von etwa 75 Jahren haben auch die „Düsselspatzen“ ein stolzes Alter. Durch Umzug sowie Krankheits- und Todesfälle schrumpft auch dieser Club, der schon vor 1990 bestand, immer mehr zusammen. „Mittlerweile ist der Trend vom Kegeln zum Bowling gegangen, die Kegelclubs sind leider immer weniger gefragt“, meint Hille Krause.