Düsseldorfs erster Memoriam-Garten

Alfred Luchten und Ira Hagenlücke von der Memoriam Garten GbR vor dem schmucken Düsseldorf-Grabstein.
Alfred Luchten und Ira Hagenlücke von der Memoriam Garten GbR vor dem schmucken Düsseldorf-Grabstein.
Foto: Wappner
Auf dem Südfriedhof ist eine neue Begräbnisstätte entstanden. Der Memoriam-Graten hat Platz für 537 Gräber. Eröffnung am Sonntag

Düsseldorf..  Feld 46 B auf dem Südfriedhof hat nichts mehr mit einer herkömmlichen Begräbnisstätte zu tun. In diesen Frühlingstagen blühen dort unzählige Blumen. Im „Garten den Farben“ hübschen bunte Deko-Stangen das Bild zwischen Gedenksteinen und Beeten auf. Im „Fluss des Lebens“ sorgen tausende blaue Kristallkiesel für Frische. Und viele Grabsteine – wie etwa die Düsseldorf-Säule mit Jan-Wellem-Denkmal und Rheinturm – sind als solche gar nicht mehr zu erkennen.

Helga Stulgies ist begeistert

Die Stadt hat jetzt ihren ersten Memoriam-Garten, einen Friedhof im Friedhof, eine Begräbnisstätte de luxe. Der Tod steht einem dort gut. Am Sonntag steigt die feierliche Eröffnung.

Der Düsseldorfer Memoriam-Garten ist eine Kooperation zwischen der Stadt und der Friedhofsgärtner eG. Dezernentin Helga Stulgies nahm gestern die Schere in die Hand und durchschnitt symbolisch das lilafarbene Band am Eingang zur knapp 2000 Quadratmeter großen Anlage mit Platz für 537 Grabstellen. „Der Garten ist unglaublich schön geworden, mit einer tollen Struktur“, so Stulgies.

Wer hier seine Lieben unter die Erde bringt, muss sich um die Grabpflege keine Gedanken mehr machen – ganz gleich, ob man ein Sarg-Wahlgrab im „Garten der Natur“ oder ein Urnen-Reihengrab im „Fluss des Lebens“ gewählt hat. Die Pflege übernehmen die Friedhofsgärtnerinnen und -gärtner, die sich zur Memoriam GbR zusammen geschlossen haben. Die letzte Ruhestätte im Memoriam-Garten ist für die Hinterbliebenen allerdings eine kostspielige Angelegenheit. Beispiel: die Erdbestattung in in einem „Premium Walhgrab“ im „Garten der Erinnerung“ kostet – inklusive 20-jähriger Pflege (aber ohne Grabstein) – 9980 Euro. Und da sich der Memoriam-Garten immer noch auf städtischem Gebiet befindet, kommen teure Friedhofsgebühren dazu. Allein für einen Urnenwahlgrab liegt derzeit das Nutzungsrecht bei 1326 Euro, plus Gebühren für die Beisetzung (377 Euro).

Wenn man so will, hinkt Düsseldorf mit dieser neuen Form der Begräbnisstätte hinterher. Essen hat einen Memoriam-Garten, Duisburg auch, Köln eröffnet bald seinen dritten. „Es wurde Zeit, dass dieses Konzept auch bei uns ankommt“, sagt Wulf Merkelbach, Vorstandsvorsitzender der Friedhofsgärtner in Düsseldorf. „Wer hier nicht liegen möchte, ist selbst Schuld.“

Im vergangenen August begann die Stadt mit den Umbauarbeiten, ab Januar dieses Jahres durften dann die Friedhofsgärtner ran. „Wir werden diese Anlage tipptop halten“, verspricht Alfred Luchten (48) von der Memoriam GbR.