Düsseldorfs am meisten übersehene Ampel

An der Ecke Stein-, Bismarck- und Kreuzstraße wird es für Radler und Fußgänger bisweilen gefährlich.
An der Ecke Stein-, Bismarck- und Kreuzstraße wird es für Radler und Fußgänger bisweilen gefährlich.
Foto: Endermann
Was wir bereits wissen
Neuralgischer Verkehrspunkt in der City: An der Ecke Stein-, Bismarck- und Kreuzstraße wird es für Radler und Fußgänger bisweilen sehr gefährlich.

Düsseldorf..  Es gibt Geschichten, die begegnen einem jeden Tag. Man wundert sich, denkt sich, dem gehe ich jetzt aber wirklich mal nach. Weil sie aber irgendwann zum Alltag gehören, verschwinden sie von der Prioritätenliste des Gedächtnisses. So ist es auch mit dieser einen Ampel. Jeden Tag passiert man die Stelle, an der sie steht, mindestens einmal mit dem Fahrrad. Jedes Mal fällt einem das Phänomen auf: Diese Ampel wird bei Rot von den meisten Autofahrern übersehen. Und – noch überraschender – weder man selbst, noch irgendein anderer Fußgänger oder Radfahrer wurden jemals von einem der das Rotlicht ignorierenden Fahrern und in ihren Fahrzeugen erfasst.

Polizei hätte viel zu tun

Doch zunächst eine Standortbestimmung, denn die ist etwas kompliziert: Es handelt sich um einen Fußgänger-Radfahrer-Überweg auf der Steinstraße. Um genau zu sein: aus der Bismarckstraße kommend, die Steinstraße in Richtung Platz der Deutschen Einheit (der mit dem Mack-Brunnen) querend. Wenn Radler und Fußgänger Grün haben, sehen die Autofahrer logischerweise Rot. Die Besonderheit dieser Situation ist, dass davor auch die Kreuzstraße (der südliche Teil) auf die Steinstraße mündet. Autofahrer müssen also zunächst die Vorfahrt auf der Steinstraße achten, ihr Blick geht also nach links. Haben sie dort freie Bahn, treten sie aufs Gas – und übersehen die rote Ampel. So viele Führerscheine möchte die Polizei gar nicht einziehen, wie sie an dieser Stelle tagtäglich könnte.

Doch woran liegt das? Was lässt sich tun? Denn klar ist: Die Autofahrer machen es nicht mit Absicht. Jetzt also – zwischen den Tagen – bleiben einige Minuten Zeit, diese Absurdität des Straßenverkehrs im für Ampeln zuständigen Verkehrsdezernat im Rathaus zu platzieren. Und tatsächlich gab ein Mitarbeiter Auskunft.

Er heißt Athanasios Petrogiannis und muss an dieser Stelle wirklich lobend erwähnt werden. Denn er fackelte nicht lange und fuhr – trotz der fortgeschrittenen Nachmittagsstunde kurzerhand hin, um sich alles mit eigenen Augen anzusehen. Und er machte dieselbe Erfahrung wie wir seit vielen, vielen Jahren. Dennoch ist Petrogiannis ratlos. Denn es ist städtischerseits alles getan, was geht: Die Ampel ist gut sichtbar, durch nichts verdeckt. Der Rad- und Fußgängerüberweg ist gut markiert.

In der Kreuzstraße weist sogar ein eigenes Verkehrsschild auf die nahende Ampel-Situation hin. „Vielleicht müssen wir noch einen Haltebalken auf die Fahrbahn malen?“, überlegt Petrogiannis. Dann könnte es aber auch zu unübersichtlich werden. Er nehme es aber auf jeden Fall in die „Verkehrsroutine im neuen Jahr. Das ist eine Art Treffen aller wichtigen Verkehrstüftler. Also: Fortsetzung folgt.