Düsseldorfer Supermarkt-Räuber verprassen Beute in Amsterdam

Ob die drei Tatverdächtigen auch im legendären Coffeeshop "The Grasshopper" waren, ist nicht bekannt. Fest steht aber, dass sie in Amsterdam viele tausend Euro an einem Partywochenende verjubelt haben.
Ob die drei Tatverdächtigen auch im legendären Coffeeshop "The Grasshopper" waren, ist nicht bekannt. Fest steht aber, dass sie in Amsterdam viele tausend Euro an einem Partywochenende verjubelt haben.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Bewaffnete Räuber haben am Silvesternachmittag einen Düsseldorfer Netto-Markt überfallen. Mit der Beute feierten sie in Amsterdam. Drei Festnahmen.

Düsseldorf.. Ein fast kinoreifer Raubüberfall endete jetzt für die drei Räuber in der Untersuchungshaft: Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilen, überfielen am Silvesternachmittag 2015 zwei 20-jährige Männer einen Lebensmitteldiscounter an der Heyestraße in Düsseldorf-Gerresheim. Mit einem Elektroschocker und einer Pistole schüchterten sie die Netto-Angestellten massiv ein und zwangen sie, ihnen mehrere tausend Euro auszuhändigen. Verletzt wurde damals niemand, viele Opfer standen jedoch unter Schock.

Was lange nicht klar war: Es gab einen Maulwurf. Ein Kassierer (22) des Netto-Markts steckte nach Polizeiangaben mit den Räubern unter einer Decke. "Er gab den beiden anderen den Tipp bezüglich des Zeitpunkts für einen Überfall", drückt sich Polizeisprecher André Hartwich vorsichtig aus. Soll heißen: Wann es sich lohnen würde, die Kassen auszuräumen. Am Überfall selbst war der 22-Jährige jedoch nicht beteiligt. Das erbeutete Geld verprassten die drei Tatverdächtigen über Silvester an einem einzigen langen Partywochenende in Amsterdam.

Kassierer hat Kontakte zur Drogenszene

Auf den Kassierer aus Oberbilk kamen die Ermittler zuerst. Der Mann hat Kontakte zur Drogenszene. Von ihm aus ergaben sich Hinweise zu den beiden Mittätern aus Gerresheim und Vennhausen. Nachdem die Fahnder die Wohnungen der drei einschlägig vorbestraften Männer durchsucht hatten, nahmen sie sie am vergangenen Donnerstag fest. Der Tatvorwurf: schwerer gemeinschaftlicher Raub. Die Tatwaffen bleiben bislang verschwunden. "Die Tatverdächtigen schweigen", sagt Hartwich. Die Ermittlungen laufen weiter. (we)