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Düsseldorfer sucht Zeugen aus dem Tunnel

26.07.2010 | 19:16 Uhr
Düsseldorfer sucht Zeugen aus dem Tunnel
Am Montag dürfen Betroffene und Trauernde in den Tunnel Karl-Lehr-Straße. Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

„Dass das Gelände nicht voll war, dass der zweite Tunnel geöffnet sein sollte - das sind alles Lügen!“ Loveparade-Besucher Markus Donath will die Situation am „Tatort Tunnel“ mit einer E-Mail-Aktion und Hilfe von Augenzeugen aufklären.

Der 27-jährige Düsseldorfer Markus Donath sucht Zeugen, um die Sperrung des zweiten Tunnels und der Notausgänge bei der Massenpanik auf dem Duisburger Loveparade-Gelände zu belegen.

Markus Donath sucht Zeugen, die ihre Sicht der Ereignisse im Tunnel Karl-Lehr-Straße berichten. Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool

Erst dachte er, das Schlimmste sei passiert. Die junge Freundin seiner Schwester sollte unter den Opfern der Duisburger Loveparade sein, und er machte sich Vorwürfe. Das war Sonntag. Dann erfuhr er, dass das Mädchen „nur“ zu den Verletzten in einem Krankenhaus gehörte. Aufatmen! Trotzdem blieb Wut. Wut über die Lügen der Veranstalter, Wut über die Duisburger Pressekonferenz, Wut über die schnoddrige Missachtung der Selbsthilfe, zu der die eingepferchten Raver gegriffen hatten - und nicht rauskamen.

„Da kam keiner raus“

Markus Donath, 27, ein Düsseldorfer, der erst mitten im fröhlichen Trubel und dann inmitten der Massenpanik des Musik-Dramas steckte, will es nicht auf sich beruhen lassen, was die Verantwortlichen für ein Bild vom angeblichen Ablauf weichzeichnen wollen. Er hat es anders erlebt. Und jetzt sucht er Zeugen, über die Öffentlichkeit, über die Internet-Communities, über Mailverteiler. „Dass das Gelände nicht voll war, dass der zweite Tunnel geöffnet sein sollte - das sind alles Lügen! Die Zäune waren dicht, die Leute kamen nicht raus. Sie hatten Angst. Und da wundert man sich, dass eine Massenpanik entstand?“

Seine Erfahrungen hat Markus Donath ab Samstagmittag gemacht und auch noch um 17 Uhr. Da nahm die Katastrophe ihren Lauf.

Kim aus Hilden, die mit ihren Düsseldorfer Freunden auf dem Platz war, bestätigt: „Der Tunnel war schon eine Stunde vorher überfüllt. Die Leute haben Zäune eingerissen, sie konnten sich ja kaum noch bewegen. Es gab keine Präsenz von Sicherheitskräften.“

„Tatsachen verdreht“

Als sie selbst versuchte, um 17 Uhr das Gelände zu verlassen, „waren die Notausgänge abgesperrt“. Wieder musste zur Selbsthilfe gegriffen, mussten Zaunstücke beseitigt werden, bevor die Düsseldorfer sich querfeldein im weiten Bogen zum Bahnhof aufmachen konnten.

Unfassbar sind für Markus die Zahlenspiele der Offiziellen zwischen 200.000 und 1,4 Millionen Anwesenden. Und eben die Behauptungen, die über den einzigen offenen Tunnel hinausgehen. „Meiner Meinung nach und nach dem, was ich persönlich erlebt habe, werden in diesem Fall die Tatsachen verdreht und gelogen“, sagt er und appelliert an die Besucher der Loveparade, mit ihm zu bezeugen, wann es wie um den „Tatort Tunnel“ tatsächlich bestellt war. Dafür hat Markus Donath eine Mailadresse eingerichtet, an die all jene schreiben sollen, die im Tunnel feststeckten: zeugelp2010@hotmail.de.

Dieter Schneider

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Kommentare
08.08.2010
19:44
Düsseldorfer sucht Zeugen aus dem Tunnel
von wolfgang klein | #7

Sieh auf zu den Sternen.
Gib Acht auf die Gasse.
-Wilhelm Raabe-

www.loveparade2010doku.wordpress.com

28.07.2010
14:55
Düsseldorfer sucht Zeugen aus dem Tunnel
von E. M.Göbel | #6

Wir sind immer noch unglaublich traurig und geschockt und möchten hiermit unsere tiefste Anteilnahme für die Angehörigen zum Ausdruck bringen. Wir beten für Sie, dass Sie Kraft und Trost finden mögen!

28.07.2010
08:28
Tatort Tunnel: Düsseldorfer sucht Zeugen
von OM | #5

Jeder weiss es wieder besser, jeder hat schon Tage Wochen oder Stunden vorher Tote gesehen... da frage ich mich langsam echt, warum sind so viele noch weitergegangen etc?

Echt strange. Und was nun Sache war, was der Typ meint stellt der Artikel leider auch nicht klar und deutlich raus. Naja, wird die Staatsanwaltschaft und POL Köln eh besser regeln.

27.07.2010
22:10
Düsseldorfer sucht Zeugen aus dem Tunnel
von jana | #4

ich habe die polizei angerufen und sie meinte sie könne nichts tun mir nichts sagen ...ich wollte hilfe weil ich nicht wusste wie ich helfen konnte und was ich den menschen um mich rum sagen sollte ( wir müssen zurück vorne kommt keiner raus nichts ) .... als ich den notausgang gefunden habe ich die polizei angsprochen und gesagt er solle geöffnet werden ..man hatte mich ignoriert und am funk gespielt der aber so die polizistin die ich davor angeredet hatte , ausgefallen sei -......2 stunden später bin ich über die böschung des tunnel toller notausgang gerutscht und habe überlegt wieviel tote es geben wird und warum dass sein musste

27.07.2010
18:04
Düsseldorfer sucht Zeugen aus dem Tunnel
von Jürgen Ates | #3

Das Festivalgelände selbst war zu keiner Zeit überfüllt. Ich war von etwas 13:00 Uhr bis 21:00 Uhr auf dem Gelände (von den Vorgängen im Tunnel habe ich nichts mitbekommen) während dieser Zeit nie überfüllt.

27.07.2010
17:56
Düsseldorfer sucht Zeugen aus dem Tunnel
von dorna detlef | #2

Hallo ich war auch da bin aber wieder gegangen da wir in 60 minuten 100 meter weiter kamen und von allen seiten gedrängelt wurde was ja auch normal ist.
Ich war aber auch der auffassung das wir zwei EINGÄNGE haben einen beim Tunnel und einen am HBF warum war da ein eingang nur für Personal.
Wenn man diesen auch für Besucher geöfnet hätte wäre das alles nicht Passiert.
Allen die noch daran arbeiten müssen es ist nicht so leicht auch wenn man niemanden verloren hat wie ist es dann erst wenn man dort jemanden verloren hat den man liebt.
D.Dorna

26.07.2010
19:38
Blockierter Kommentar.
von Werner Wald | #1

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