Düsseldorfer Stadtwerke halten Preise stabil

Ab kommenden Jahr soll das neue Gaskraftwerk der Stadtwerke auf der Lauswaard Strom und Fernwärme liefern.
Ab kommenden Jahr soll das neue Gaskraftwerk der Stadtwerke auf der Lauswaard Strom und Fernwärme liefern.
Foto: Stadtwerke
Was wir bereits wissen
Städtische Tochter weist für 2014 einen steigenden Überschuss aus

Düsseldorf..  Die Stadtwerke wollen das Fernwärmenetz weiter ausbauen und setzen dabei auf das Bevölkerungswachstum in der Stadt, aber auch die stärkere Nachfrage von Unternehmen. „Die Parallelität aus positivem Strukturwandel und Wachstum ist das Besondere an der Metropolregion Rheinland“, sagte der Vorstandsvorsitzende Udo Brockmeier bei der Präsentation der Jahresbilanz 2014. Die Anforderung von Industrie und Gewerbe haben sich geändert, neue Wohnquartiere entstehen, hinzu kommen laut Brockmeier immer mehr Kunden, die Energie produzieren.

Um eine sichere und flexible Energieversorgung zu gewährleisten, seien in den nächsten Jahren erhebliche Investitionen nötig. Ein Beispiel dafür sei das aktuelle Projekt „Südstadt“, bei dem in den südlichen Stadtteilen zehn Kilometer Hochspannungskabel verlegt, fünf nicht mehr notwendige Umspannwerke abgebaut und zwei neue gebaut werden. Die Investitionen betrugen 2014 knapp 300 Millionen Euro, das entsprach im Vergleich zu 2013 einem Anstieg um fast 200 Prozent, der sich auch im Netzausbau niederschlug.

Weniger Kohlendioxid-Ausstoß

Mit der Fernwärme-Strategie und mit der Inbetriebnahme des neuen Gasheizkraftwerks „Fortuna“ auf der Lausward 2016 soll der jährliche Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) um 600 000 Tonnen reduziert werden (ab 2025 sogar um eine Million Tonnen). „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutzziel der Stadt, bis 2050 klimaneutral zu sein“, so Brockmeier. Der Fernwärmespeicher des neuen Kraftwerks soll 35 000 Kubikmeter Fassungsvermögen haben und bietet den Vorteil, die Produktion von Strom und Wärme zu entkoppeln. Je nach Bedarf könne die jeweilige Energieform somit verfügbar sein.

Die gute Nachricht an die Bürger aus der Jahresbilanz: Die Gaspreise könnten ab dem Sommer sogar sinken. „Wir sind gerade dabei, Spielräume auszuloten“, sagte Finanzvorstand Hans-Günther Meier. Die Strompreise blieben vorerst stabil, im Herbst stehe fest, ob das so bleibt oder ob Umlagen und Abgaben darauf angerechnet werden müssten. Das Ergebnis für 2014 liegt mit 83,7 Millionen Euro 700 000 Euro unter dem des Vorjahres. Einen Zuwachs um 53,6 Prozent gibt es beim Jahresüberschuss, der 60,5 Millionen Euro beträgt. Der Zuwachs basiert laut Meier vor allem auf Sondereffekten, etwa dem Verkauf der Anteile an der Mega Monheim. Das Rathaus kann mit mehreren Millionen Euro Ausschüttung rechnen, die Stadt hält 25,01 Prozent an den Stadtwerken. Auch als Unternehmen sind die Stadtwerke für die Stadt wertvoll: Laut einer beim „Eduard Pestel Instituts“ in Auftrag gegebenen Untersuchung wird von jedem Euro, den die Stadtwerke ausgeben, 36 Cent in der Stadt gehalten. „Außerdem sichern wir jeden 50. Arbeitsplatz hier“, so Meier. Dass die Stadt nun ihrerseits 2014 die Konzessionsverträge für Strom, Erdgas und Wasser mit den Stadtwerken für 20 Jahre verlängert hat, sieht Rainer Pennekamp, Vorstand Personal und Vertrieb, als Vertrauensbeweis, „gleichzeitig aber auch als Ansporn, die Qualität weiterhin auf hohem Niveau zu halten“.

Rückgang beim Fernwärme-Absatz durch milden Winter

Trotz der offensiven Strategie war in der Sparte Fernwärme wegen der milden Wintertemperaturen ein Absatzrückgang von 21,9 Prozent zu verzeichnen. Auch beim Erdgas wirkte sich die Witterung negativ aus, das Minus konnte jedoch durch den eigenen Gashandel aufgefangen werden. Bei der Müllverbrennung war ein Anstieg um 7,6 Prozent zu verzeichnen. (dr)