Düsseldorfer Senioren kritisieren zu groben Fahrstil der Rheinbahn

In regelmäßigen Mobilitätstrainings der Rheinbahn können Senioren lernen, sich sicher in Bussen und Bahnen zu bewegen. Pädagogin Ina Baumann erklärt den Teilnehmern dabei das richtige und sichere Verhalten im Bus.
In regelmäßigen Mobilitätstrainings der Rheinbahn können Senioren lernen, sich sicher in Bussen und Bahnen zu bewegen. Pädagogin Ina Baumann erklärt den Teilnehmern dabei das richtige und sichere Verhalten im Bus.
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Seniorenberater Horst Grass bemängelt, dass Busse und Bahnen der Rheinbahn zu schnell anfahren und zu stark bremsen. Das gefährde ältere Fahrgäste.

Düsseldorf.. Was sollte bei der Rheinbahn Priorität haben: komfortables Ein- und Aussteigen oder kurze Fahrzeiten? Diese Frage wirft jetzt Horst Grass auf, der sich als Seniorenberater ehrenamtlich um die Belange älterer Düsseldorfer kümmert. Seine Meinung: Die Busse und Bahnen fahren zu schnell und zu ruckhaft an, außerdem würden sie an den Haltestellen zu stark bremsen. Vor allem für ältere Fahrgäste sei das gefährlich.

„Die Senioren haben meist noch keinen Sitzplatz gefunden und schon fahren Bahnen und Busse mit solch einer Power ab, dass die Älteren durcheinander kegeln und sich und andere gefährden“, sagt Grass. Das Gleiche gelte beim Bremsen an den Stationen. „Der Fahrgast kann kaum die Balance halten. Er torkelt zum Ausgang, immer bedacht darauf, nicht zu stürzen oder sich zu verletzen.“

Klare Vorschrift, wie schnell Busse und Bahnen anfahren und bremsen sollen

Der Seniorenberater schlägt deshalb vor, den Fahrgästen nach dem Einsteigen 15 Sekunden mehr Zeit einzuräumen, damit sie sich einen Sitzplatz besorgen können. „Bei der Anfahrt könnte ein langsameres Einfahren an die Haltestellen sinnvoll sein“, ergänzt Grass.

Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher sieht die Fahrer in einem Zwiespalt. „Wir haben da einen Zielkonflikt zwischen der maximalen Zeit, die man den Fahrgästen einräumen kann, um ihren Lieblingsplatz zu suchen, und der Tatsache, dass die Leute möglichst flott von A nach B kommen wollen“, sagt er. Man könne gar nicht warten, bis jeder einen Platz gefunden hat. Zudem gebe es klare Vorschriften, wie schnell Busse und Bahnen anfahren und bremsen sollen, damit auch stehende Fahrgäste transportiert werden dürfen – und an die halte sich die Rheinbahn.

Rheinbahn appelliert an gesunden Menschenverstand der Fahrgäste

„Sobald ich einsteige, suche ich die nächste Griffstange, sorge dafür, dass ich dafür eine Hand frei habe, am besten beide. Auch ältere Menschen können sich einen Rucksack aufsetzen“, appelliert Schumacher an den gesunden Menschenverstand. „Der Fahrer hat andere Aufgaben, als das Verhalten der Fahrgäste zu kontrollieren“, so der Rheinbahn-Sprecher.

Unfälle beim Bus- und Bahnfahren gibt es immer wieder: Im Juni ist eine 90-jährige Frau in einem Bus der Linie 726 schwer verletzt worden. Sie hatte auf ihrem Rollator gesessen und war plötzlich gestürzt. Im März endete ein Sturz im Bus für einen 85-Jährigen tödlich. Auf der Prinz-Georg-Straße fiel der Mann zu Boden, verletzte sich schwer und starb einige Tage später im Krankenhaus.