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Düsseldorfer Rheinbahn hat wieder Ärger mit den Silberpfeilen

27.09.2012 | 09:00 Uhr
Düsseldorfer Rheinbahn hat wieder Ärger mit den Silberpfeilen
Die Rheinbahn investiert Millionen, damit ihre Straßen- und Stadtbahnen leiser fahren.Foto: Sergej Lepke

Düsseldorf.   Die Rheinbahn wird mehr als vier Million Euro investieren müssen, um die "Silberpfeile" genannten Straßenbahnen ruhiger zu bekommen. Über den Lärm dieser Bahnen gibt es viele Anwohner-Beschwerden.Nach wie vor ungeklärt bleibt aber, warum die Räder der Bahnen sich einseitig abnutzen.

Im Kampf gegen den Straßenbahn-Lärm ist die Rheinbahn ein Stück weitergekommen. Nach Anwohnerbeschwerden ging der Verkehrsbetrieb in die Offensive, um die Ursachen zu finden. Mit Erfolg: Die Rheinbahn stellte fest, dass die „Silberpfeile“ der Baujahre 2000 bis 2003 zu laut sind.

Die Räder nutzen sich ab, werden unrund, und die Getriebe machen mit der Zeit zu starke Geräusche. „Es fehlt eine dritte Lagerung“, bemängelt Rheinbahn-Bereichsleiter Stefan Berchter.

Schon einmal gab es mit den Silberpfeilen wegen kleiner Rissbildungen an den Karosserien Ärger. Es war damals die teuerste Sanierung für Siemens. Diesmal muss die Rheinbahn nachbessern und alle 528 Getriebe ausbauen. Ein weiteres Lager soll für eine bessere Dämmung sorgen, zudem muss die Ölschmierung verbessert werden. Das kostet viel Geld: insgesamt über vier Millionen Euro. Für die Mängelbeseitigung kommt die Rheinbahn allein auf. „Die Gewährleistung ist abgelaufen“, bedauert Stefan Berchter.

Bis 2016 sind die 51 „Silberpfeile“ repariert. Die Bahnen mit bereits nachgebesserten Getrieben laufen jetzt wie geschmiert. Sie sind „mit der geänderten Version problemlos im Einsatz“, triumphiert das Verkehrsunternehmen. Und: Die neuen 76 Niederflur-U-Bahnen von Siemens haben dieses Problem nicht mehr. Für die jüngste Produktpalette wählte man einen anderen Getriebe-Hersteller.

Nach wie vor ungeklärt bleibt, warum die Räder der Silberpfeile sich einseitig abnutzen. Hier laufen die Untersuchungen noch. Die Radreifen der Silberpfeile werden inzwischen alle 15 000 statt 30 000 Kilometer geschliffen. Auch könnte ein Zusammenhang zwischen den unrunden Rädern und den seit Jahren häufiger festgestellten Unebenheiten auf den Schienen (sogenannte „Riffelbildungen“) bestehen.

Allein das Abschleifen der Gleise kostet dieses Jahr rund 65 000 Euro, noch mal 120 000 Euro das Bearbeiten der Radreifen. Damit nicht genug: Die Rheinbahn hat nicht genug Kapazitäten, um die Schienen zu schleifen. Die alte Reparaturbahn wurde bereits 2008 außer Betrieb gesetzt. Das neue Spezialfahrzeug, das noch bestellt werden muss, wird zwischen 700 000 und zwei Millionen Euro kosten. Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Hartnigk betont: „Wir nehmen Geld in die Hand, um die Probleme zu lösen.“

Die Ursachenforschung geht weiter. Auf einer 220 Meter langen bundesweit einmaligen Teststrecke auf der Düsseldorfer Straße in Neuss werden verschiedene Gleiskörper getestet, ebenso in Kürze auf einem kurzen Abschnitt auf der Erkrather Straße. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die gummiummantelten Schienen nicht automatisch für weniger Lärm sorgen. Bisher habe sich der bei der Rheinbahn seit vielen Jahren angewendete „Dresdner Oberbau“ (Infokasten) bewährt. Die Schall- und Schwingungswerte liegen im Mittelfeld und oft besser. Auch die neuen Niederflur-U-Bahnen erzeugen weniger Erschütterungen. Und sie sind leiser als die rot-weißen Stadtbahnen.

Am besten fährt die Rheinbahn auf Schotter- und Rasengleisen. Doch das geht nur auf Trassen, die für Autos tabu sind.

Michael Mücke



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