Düsseldorfer Raucher gibt nicht auf und zieht vor den BGH

Raucher Friedhelm Adolfs will jetzt vor den Bundesgerichtshof ziehen.
Raucher Friedhelm Adolfs will jetzt vor den Bundesgerichtshof ziehen.
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Was wir bereits wissen
Nach 40 Jahren in seiner Wohnung soll Friedhelm Adolfs ausziehen. Der Geruch nach Zigarettenqualm belästige die Mitmieter, behauptet seine Vermieterin und das Düsseldorfer Landgericht gab ihr am Donnerstag Recht. Doch Adolfs will weiter kämpfen - und zieht jetzt vor den Bundesgerichtshof.

Düsseldorf.. Der Düsseldorfer Raucher Friedhelm Adolfs will sich nicht mit dem Urteil des Düsseldorfer Landgerichts abfinden. "Wir werden Revision gegen dieses Urteil einlegen", kündigte Adolfs' Anwalt Martin Lauppe-Assmann nach der Urteilsverkündung an. Die nächste Instanz ist der Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Adolfs war nach 40 Jahren von seiner Vermieterin gekündigt worden, weil Zigarettenqualm aus seiner Wohnung andere Mieter im Treppenhaus belästigt hatte. Adolfs wurde vorgeworfen, seine Wohnung nicht ordnungsgemäß zu lüften, weshalb der Qualm ins Treppenhaus ziehe.

Anwalt warnt vor "sozialen Unruhen"

Raucher-Urteil "Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Bundesgerichtshof dieses Urteil bestätigt", erklärte Anwalt Lauppe-Assmann. Wenn Geruchsbelästigung als Kündigungsgrund ausreichend sei, stünden Deutschland "soziale Unruhen" bevor.

Raucherprozess In vielen Miethäusern würden Menschen aus sehr unterschiedlichen Kulturen mit sehr unterschiedlichen Kochgewohnheiten leben. Den einen störe der Geruch einer Kohlsuppe, der andere vertrage Knoblauch-Aroma nicht. "Weder Mietern noch Vermietern ist geholfen, wenn das für eine fristlose Kündigung reicht", sagte er.

Kommentar Überraschend hatten die Düsseldorfer Richter von sich aus die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen. Dort ist nun grundsätzlich zu klären, „ob die durch das Rauchen eines Mieters verursachten Immissionen innerhalb eines Mehrfamilienhauses einen Kündigungsgrund darstellen können“, wie es in der Urteilsbegründung heißt.