Düsseldorfer protestieren gegen höhere Mieten in Flughafennähe

Siegfried Küsel, Vorsitzender des Heimatvereins Lohausen-Stockum, hält die Mieterhöhungen für ein Unding, denn die Wohnungen seien Sanierungsbedürftig.
Siegfried Küsel, Vorsitzender des Heimatvereins Lohausen-Stockum, hält die Mieterhöhungen für ein Unding, denn die Wohnungen seien Sanierungsbedürftig.
Foto: Kai Kitschenberg / Funke FotoServices
Was wir bereits wissen
Mieter im Norden von Düsseldorf sollen künftig mehr zahlen, obwohl sie in der Einflaugschneise wohnen. Dagegen laufen sie Sturm.

Düsseldorf.. So nicht! Finden zahlreiche Mieter in Lohausen, vornehmlich in der Engländersiedlung. Denn die Städtische Wohnungsgesellschaft Düsseldorf (SWD) will für zig Wohnungen die Miete erheblich erhöhen. Um mindestens 15 Prozent, das entspricht in vielen Fällen etwa 100 Euro. Das soll schon ab dem nächsten Monat gelten. „Das ist ein Unding. Das muss verhindert werden“, betont Siegfried Küsel, Vorsitzender des Heimatvereins Lohausen-Stockum (HBV).

Denn diese Wohnungen liegen direkt unter der Einflugschneise des Flughafens. „Sie sind an keiner Stelle mit Schallschutzmaßnahmen ausgestattet, von Wärmedämmung ganz zu schweigen.

Großteil der Wohnungen ist in schlechtem Zustand

Das ist ein einziger Skandal, weil wir kürzlich erst geklärt haben, dass die Urteile zur Betriebsgenehmigung des Flughafens den Airport dazu verpflichten, hier den Lärmschutz nach neuestem Stand zu garantieren“, so Küsel. Er habe festgestellt, dass im Großteil die Wohnungen der SWD in einem schlechten Zustand sind und es in den letzten Jahren weder Erneuerungen noch Erhaltungsmaßnahmen gegeben habe.

„Die SWD hat, statt ihrer Pflicht zu erfüllen, jeweils die Überschüsse aus den Mieteinnahmen an den Kämmerei überwiesen“, sagt Küsel weiter. Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, wie der Aufsichtsrat der SWD, der hauptsächlich mit Ratsmitgliedern der Ampelkoalition besetzt ist, diese Mieterhöhungen mit lauten Bekundungen nach günstigen Wohnungen an anderer Stelle in Einklang bringen wolle.

Mieter sollen erst nach Lärmschutzmaßnahmen zahlen

Der Heimat-und Bürgerverein wird seinen Mitgliedern raten, die Mieterhöhungen so lange nicht zu zahlen, bis die SWD die gesetzlichen Auflage beim Lärmschutz erfüllt (die sie ja nicht einmal selbst bezahlen muss sondern der Flughafen, aber die SWD muss den Antrag stellen) als auch lang „versäumte Instandhaltungsarbeitend gemacht sind“. Der HBV fordert seit langem, dass die Stadt Düsseldorf ihre Tochter SWD anweist, innerhalb des Tag- und Nachtschutzgebiete rund um den Airport keine Mieterhöhungen zu erheben. Der HBV werde seinen Mitgliedern die amtlichen Nachweise (Genehmigungen und die zugehörigen Gerichtsurteile) zur Verfügung stellen, die einwandfrei nachvollziehbar machten, welcher Lärmschutz vorgeschrieben ist.

Küsel stellt klar: Selbst der städtische Gutachterausschuss zieht fünf Prozent des Wertes ab wegen Fluglärms (das Finanzamt setzt sogar zehn Prozent an), wodurch die „erhebliche Belastung in der Einflugschneise dokumentiert wird“, meint Küsel.