Düsseldorfer Polizei zeigte sich gut vorbereitet auf Dügida-Demo

Deutlich weniger Demonstranten und Gegendemonstranten gingen am Montag in Düsseldorf auf die Straße. Doch die Statements blieben deutlich.
Deutlich weniger Demonstranten und Gegendemonstranten gingen am Montag in Düsseldorf auf die Straße. Doch die Statements blieben deutlich.
Foto: Ingo Lammert
Was wir bereits wissen
160 „Dügida“-Anhänger trafen am Montagabend in der Düsseldorfer City auf gut 1000 Gegendemonstranten. Die Einsatzkräfte waren gut vorbereitet. Sechsmal klickten die Handschellen.

Düsseldorf.. Wieder marschiert der rechte Pulk durch die Straßen der City. Wieder ist der Stadtkern hermetisch abgeriegelt, und drumherum tobt das Verkehrschaos bis in die Nebenstraßen. Wieder sind mehr als 1000 Polizisten unterwegs, was mindestens einem Fußballeinsatz mit dem Stempel „Risikospiel“ gleichzusetzen ist. Doch die Luft rund um den Hauptbahnhof brannte am Montagabend längst nicht mehr so heftig wie noch vor Wochenfrist. Mit 160 so genannten „Islamkritikern“ wohnten viel weniger Teilnehmer der „Dügida“-Kundgebung bei als noch zuletzt. Und auch die Zahl der Gegendemonstranten fiel mit gut 1000 deutlich geringer aus.

„So ärgerlich diese weitere Demo auch war, so gut waren wir diesmal vorbereitet, denn wir wussten, wo es zuletzt Probleme gab“, sagte Polizeisprecher Markus Niesczery am Abend der NRZ. Die Handschellen klickten lediglich im Vorfeld der Versammlungen: Sechs Personen, die dem „Dügida“-Lager zuzuordnen waren, wurden schon im Hauptbahnhof abgefangen und kamen wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz ins Gewahrsam. Sie hatten u.a. so genannte Quarzhandschuhe und Teleskopschlagstöcke im Gepäck.

Um 20.54 war alles vorbei

Die Rechten zogen früher – nämlich bereits um 19.20 Uhr – los und waren auch eine gute Stunde später mit der Zwischenkundgebung fertig. Die Abschlussversammlung an der Bismarckstraße war dann gegen 20.54 Uhr beendet. Gebucht war bis 22 Uhr.

Die Islamgegner wurden wie gejhabt ausgepfiffen, mit Eiern beworfen und mit „Nazis raus“-Rufen bedacht. Flaschen flogen diesmal nicht, allerdings mussten die Beamten hier und da Pfefferspray bei denjenigen Gegendemonstranten anwenden, die mit Gewalt durch die Absperrungen wollten.

Pegida Die Einsatzkräfte hatten also alles im Griff, auch wenn bereits am Montagmittag gegen 15 Uhr Polizeipräsident Nobert Wesseler per Mail aus dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht (VWG) eine schallende Ohrfeige kassieren musste. Denn das Gericht untersagte seiner Behörde, den „Dügida“-Demonstrationszug auf 290 Meter zu verkürzen. Anders gesagt: Melanie Dittmer und Co. durften den angemeldeten und geplanten Weg von der Bismarckstraße über Karl- und Graf-Adolf-Straße bis Berliner Allee – und wieder zurück – gehen. Der „Dügida“ wurde ebenso statt gegeben, die Zwischenkundgebung abzuhalten. „Einschränkungen des Verkehrs seien mit Blick auf den hohen Rang des betroffenen Grundrechts der Versammlungsfreiheit hinzunehmen“, heißt es unter anderem in der VWG-Begründung. Und: „Eine fühlbare Beeinträchtigung von Gewerbetreibenden sei angesichts des Veranstaltungszeitpunktes nicht erkennbar.“ Die Polizei reichte daraufhin ihrerseits Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster ein. Ohne Erfolg.

Auch wenn die Begeisterung für „Dügida“ in den eigenen Reihen nachzulassen scheint, will Organisatorin Dittmer, die gestern vom Mönchengladbacher „PRO NRW“-Funktionär Dominik Roeseler unterstützt wurde, wie angekündigt bis Ende April weitermachen und ihr Demonstrationsrecht „bis zum Ende erstreiten“, wie sie während der Zwischenkundgebung betonte.

Wirklich ruhige Wochen kommen also nicht auf die Polizei zu. Sprecher Niesczery: „Ob 50 oder 150 Leute marschieren – so lange es einen solchen Aufstellungsort und einen solchen Zugweg gibt, werden wir nicht nachlassen.“