Düsseldorfer Polizei zeigt Dügida mit Demo-Auflagen Grenzen auf

Teilnehmer der Anti-Islam-Bewegung "Dügida" protestieren mit einem Kreuz und deutschen Fahnen in Düsseldorf.
Teilnehmer der Anti-Islam-Bewegung "Dügida" protestieren mit einem Kreuz und deutschen Fahnen in Düsseldorf.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Polizei hat den Dügida-Anhängern für Montag Auflagen gemacht. Der Marschweg wurde verkürzt, zudem gibt es keine Versammlung am Düsseldorfer Hauptbahnhof.

Düsseldorf.. Die Polizei will „Dügida“ bei der nächsten Kundgebung in der City deutlich in die Schranken weisen. Weil in dieser Woche mehrere so genannte Kooperationsgespräche mit Initiatorin Melanie Dittmer nicht fruchteten, gab’s nun Schriftliches. Demnach soll der Marsch der „Islamkritiker“ am kommenden Montag (ab 18.30 Uhr) nicht mehr vor dem alten Rex-Kino an der Friedrich-Ebert-Straße starten, sondern – eine Parallelstraße weiter – an der Bismarckstraße. Der rechte Pulk soll dann nicht mehr bis zur Berliner Allee ziehen dürfen, sondern über die Karl- und Graf-Adolf-Straße nur noch bis Stresemannplatz. Zudem wurde der „Dügida“ eine Zwischenkundgebung untersagt, die vergangenen Montag noch vor McDonalds an der Oststraße stattfand.

„Alle Veranstaltungs-Teilnehmer – also auch die Gegendemonstranten – sollen am Montag das Recht bekommen, ihren Versammlungsort frei zu wählen“, begründete Polizeipräsident Norbert Wesseler gestern die strikte Auflage. Der Hauptbahnhof-Vorplatz am vergangenen Montag sei ein neuralgischer Punkt gewesen, so Wesseler. „Viele Gegenprotestler konnten etwa wegen den Absperrungen gar nicht zur Kundgebung des Düsseldorfer Appells kommen, das muss aber gewährleistet sein.“ Zudem müsse man auch das Recht der Pendler am Hauptbahnhof berücksichtigen. „Nämlich darauf“, so Wesseler, „dass sie mit alledem nichts zu tun haben wollen“.

Dügida-Versammlung muss sich bis 22 Uhr auflösen

Ob „Dügida“-Planerin Dittmer diese Pille schlucken wird oder eine Entscheidung vor Gericht erzwingen möchte, ist noch fraglich. Die Rechtsextreme wollte den selben Weg gehen wie in der Vorwoche – plus Zwischenkundgebung. „Es gab keinen Konsens“, sagt Wesseler. „Frau Dittmer hat konkrete Vorstellungen.“

[kein Linktext vorhanden] Die Polizei plant jedenfalls parallel. „Wir sind auf alles vorbereitet“, sagt Einsatzleiter Georg Schulz. Fakt ist: „Dügida“ hat bis 22 Uhr gebucht. Dann soll sich die Rechten-Versammlung auflösen – wieder an der Bismarckstraße und nicht am Hauptbahnhof.

Bürgerliche Dügida-Anhänger wohl eher in Duisburg

Vier Gegenveranstaltungen sind indes von der Polizei genehmigt. Der Düsseldorfer Appell wird wieder zur Kundgebung vorm DGB-Haus an der Friedrich-Ebert-Straße einladen (17 Uhr), unter anderem wollen dort Manfred Rekowski, Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, und die stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann Reden halten. Die Initiative „Düsseldorf stellt sich quer“ will an zwei Punkten – Karl-Rudolf-Straße und Mintropstraße – protestieren. Das „NoDügida“-Bündnis stellt sich am nordöstlichen Seiteneingang des Hauptbahnhofes auf.

Die Polizei schätzt, dass sich das zuletzt ohnehin kaum vertretene bürgerliche Spektrum von „Dügida“ am Montag eher der parallel laufenden „Pegida“-Demo in Duisburg anschließen wird. Dann wird in Düsseldorf der „rechte Bodensatz“, wie es gestern ein Polizeisprecher nannte, übrig bleiben.

Licht im Rathaus bleibt diesmal an

Anti-Islam-Demos „Mir wäre auch lieber, wenn sich beide Parteien intellektuell auseinandersetzen würden“, so Einsatzleiter Schulz. „Das machen sie aber nicht – Dazu kommen die Heißsporne.“ Am vergangenen Montag waren vier Beamte aus Reihen der Gegendemonstranten verletzt worden. Schulz: „Wir werden auch diesmal mehr als 1000 Polizisten in der Stadt haben.“

Indes bleibt dieses Mal das Licht im Rathaus an: „Wir haben schon letzten Montag ein starkes Zeichen für Vielfalt und Toleranz gesetzt“, sagte gestern OB Thomas Geisel.