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Düsseldorfer Politiker teilen Kritik des NRW-Bauministers am „Luxusghetto“

10.09.2012 | 16:50 Uhr
Am Kaiser-Wilhelm-Ring in Düsseldorf-Oberkassel ist das Wohnen besonders teuer.Foto: Kai Kitschenberg / WAZ Foto Pool

Düsseldorf.   Mit harschen Worten wie „Luxusghettoisierung“ hat NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD) in einem Interview die Wohnungspolitik der Düsseldorfer Stadtspitze kritisiert. Die Düsseldorfer SPD und die Grünen teilen diese Kritik: In Düsseldorf würden zu wenige Wohnungen für Normalverdiener gebaut.

Für Durchschnittsfamilien, so NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD), würden die Mieten in der Landeshauptstadt zunehmend unbezahlbar. Gerade Düsseldorf müsse sich „für bezahlbare Mieten deutlich mehr engagieren“, forderte der Bauminister im Interview der WAZ am Montag und bekräftigte damit die seit langem geäußerte Kritik von Maklern ebenso wie von SPD und Grünen.

Die Landeshauptstadt habe von den Fördergeldern des Landes für Sozialwohnungen in den vergangenen drei Jahren nur 28 Millionen Euro abgerufen. Im Jahr 2010 waren es sogar nur vier Millionen Euro, obwohl 15 Millionen Landesgelder veranschlagt waren. Groschek nennt Köln als Gegenbeispiel: Die Stadt habe in drei Jahren 222 Millionen Euro für Sozialwohnungen abgerufen - das sind pro Jahr gerechnet 74 Millionen Euro.

Zahl der Sozialwohnungen sei auf sieben Prozent gesunken

Für die SPD ist das Wasser auf die Mühlen: Schließlich kritisieren auch Makler und Wohnungsgenossenschaften, dass in Düsseldorf zu wenig Wohnungen für Normalverdiener gebaut werden, bekräftigt SPD-Ratsherr Andreas Rimkus. Dabei haben rund 50 Prozent der Düsseldorfer Haushalte vom Einkommen her Anrecht auf eine geförderte Wohnung.

Auch die Grünen bemängeln, CDU und FDP hätten „wenig Interesse an bezahlbaren Mieten“, so Ratsfrau Antonia Frey. Die Zahl der Sozialwohnungen in Düsseldorf sei auf sieben Prozent gesunken, mit der Folge, dass die Mieten gestiegen seien: Allein im günstigen Drittel der Mieten um rund zwölf Prozent.

Nobelprojekte gehen sofort weg

Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) war durch eine Äußerung in die Kritik geraten, dass Düsseldorf eben keine Stadt für billiges Wohnen sei. Elbers und Baudezernent Gregor Bonin verweisen darauf, dass Menschen, die in Düsseldorf arbeiten, ja im Umland wohnen könnten. FDP-Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann bekräftigte, 20 Minuten Fahrt ins Büro seien durchaus annehmbar.

SPD und Grüne fordern, die Stadt müsse in Neubaugebieten Investoren verpflichten, rund ein Drittel aller Einheiten als Sozialwohnungen zu bauen. In Düsseldorf werden bei Luxuswohnungen bereits 19 Euro pro Quadratmeter gezahlt, die Durchschnittsmiete liegt bei 8,39 bis über 12 Euro. Luxusprojekte im Zooviertel oder am Rheinufer - Kaufpreis 14.000 Euro pro Quadratmeter - gehen in kürzester Zeit weg. Die Stadt kann in diesem Jahr rund 21 Millionen Euro an Landeszuschüssen für Sozialwohnungen abrufen.

Düsseldorf von oben

 

Jo Achim Geschke

Kommentare
13.09.2012
00:15
Düsseldorfer Politiker teilen Kritik des NRW-Bauministers am „Luxusghetto“
von wolla | #5

Wer sich billigen Wohnraum wünscht, soll diesen Artikel zum Roma Problem in Duisburg einmal lesen:...
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Düsseldorfer Politiker teilen Kritik des NRW-Bauministers am „Luxusghetto“
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2012-09-10 16:50
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