Düsseldorfer Politiker fordern Wildtier-Verbot im Zirkus

Diese Löwin genoss die Sonne, als  der Circus Probst 2014 in Düsseldorf gastierte. Geht es nach der Tierschutzpartei, soll sie nicht wieder auftreten.
Diese Löwin genoss die Sonne, als der Circus Probst 2014 in Düsseldorf gastierte. Geht es nach der Tierschutzpartei, soll sie nicht wieder auftreten.
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
In Düsseldorf soll es verboten werden, Wildtiere im Zirkus auftreten zu lassen. Diesen Antrag hat die Tierschutzpartei in den Stadtrat eingebracht.

Düsseldorf.. Wenn der Zirkus in die Stadt kommt, freuen viele Familien sich auf Löwen, die durch Reifen springen oder Elefanten, die Handstand machen. Doch das soll in Düsseldorf künftig verboten sein. Zumindest wollen das die beiden Ratsfrauen Claudia Krüger (Tierschutzpartei) und Comicha El Fassi (Freie Wähler). Ihre Ratsgruppe hat jetzt einen entsprechenden Antrag in den zuständigen Fachausschuss eingebracht.

Darin fordern sie, die Stadt dürfe grundsätzlich keine Flächen mehr an einen Zirkus oder an Schausteller vermieten, die Wildtiere in ihren Shows auftreten lassen oder mitführen. Betroffen wären etwa Bären, Elefanten, Löwen und Tiger, Schimpansen, Nilpferde, Nashörner, Riesenschlangen, Giraffen, Robben, Adler und Pferde.

Auch die städtischen Tochterunternehmen sollen sich an dieses Wildtierverbot halten und keine Flächen an betroffene Zirkusunternehmen vermieten. Sofern ein Zirkuszelt auf Privatgelände aufgebaut wird, solle das Veterinäramt verstärkt artgerechte Haltung überprüfen. Zudem soll der Ausschuss an Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) appellieren, sich bei der Bundesregierung für ein deutschlandweites Verbot in Zirkussen einzusetzen.

Zahlreiche Kontrollen

Natürlich kontrolliert das Veterinäramt einen in Düsseldorf gastierenden Zirkus bereits unabhängig von dem Antrag; und zwar schon bevor die Tiere die Stadt erreichen. „Jeder Zirkus muss uns vorab seine Erlaubnis nach dem Tierschutzgesetz vorlegen“, sagt Amtstierarzt Klaus Meyer. Diese stellt die Heimatkommune aus. Darin ist erfasst, ob etwa drei Elefanten oder vier Löwen genehmigt sind.

Beim Aufbau, lange vor der ersten Vorstellung, erfolgt die erste Kontrolle vor Ort: Sind alle Tiere erlaubt? Ist ihr Auslauf groß genug? Wie sind sie versorgt? Sind sie krank oder verletzt? Erst, wenn alles in Ordnung ist, heißt es „Manege frei!“. Die Mindeststandards für Düsseldorf orientieren sich übrigens an Leitlinien des für Tierschutz zuständigen Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Politik muss Frage des generellen Wildtier-Verbotes beantworten

Die Frage, ob Veranstaltungen mit Wildtieren in Düsseldorf generell verboten werden sollen, müsse natürlich die Politik beantworten, sagt Meyer, sie sei jedoch schwierig und komplex. „Gute Tierhaltung kann man nicht alleine an der Größe des Auslaufs beurteilen oder daran, wie groß das Zelt ist.“ Wichtig sei außerdem, wie die Menschen mit den Tieren umgehen. Dass es jedoch kompliziert ist, mit Tieren zu reisen, „das weiß jeder Hundebesitzer, der mit seinem Vierbeiner in den Urlaub fährt“. Jedoch seien Wildtiere nicht mit Haustieren zu vergleichen.

Vor einem generellen Verbot müsse man auch klären – sofern es sich auf Landes- oder Bundesebene durchsetze –, was mit den Tieren geschieht, wenn sie nicht mehr auftreten. Meyer sieht die Gefahr, dass sich die Halter nicht mehr mit ihnen beschäftigen, dass sie sogar dahinvegetieren. Anders als etwa die Pferde des bereits verbotenen Kirmesponykarussells dürfen Wildtiere nicht getötet und verspeist werden, sondern müssen artgerecht untergebracht werden.

Muss mann Wildtiere heute noch zur Schau stellen?

„Man kann sich aber schon fragen, ob es heute noch notwendig ist, Wildtiere zur Schau zu stellen“, sagt Amtstierarzt Klaus Meyer. Vor Jahrzehnten war ein Zirkus oder ein Zoo für viele Menschen die einzige Möglichkeit, jemals einen Elefanten oder vielleicht ein Pony zu sehen. „Heute gibt es aber Fernsehen und das Internet.“