Düsseldorfer Müllabfuhr entsorgte versehentlich teuren Koffer

Was wir bereits wissen
Ein Schornsteinfeger verklagt die Awista, weil die seinen an einer Gelben Tonnen abgestellten Koffer mit teurer Messtechnik entsorgt hat. Erfolg wird er aber wohl kaum haben.

Düsseldorf.. Besatzungen von Müllautos müssen im Einsatz nicht nachprüfen, was als Unrat entsorgt werden soll und was nicht. Darauf hat das Landgericht Düsseldorf am Freitag einen Handwerker (46) hingewiesen. Der Schornsteinfeger verklagt die Awista auf 6000 Euro Ersatz, weil sein wertvoller Handwerkskoffer mit teurer Messtechnik Ende 2012 aus Versehen von Awista-Leuten entsorgt worden war – just, als er den Koffer für einen Moment neben eine Gelbe Mülltonne gestellt hatte. Die Richterin hält die Klage für aussichtslos. Das Urteil steht aus.

„Die Klage scheitert wohl am überwiegenden Mitverschulden des Klägers“, so die Richterin. Immerhin hatte der Kläger eingeräumt, dass er den wertvollen Arbeitskoffer an jenem Novembervormittag in einem Wohngebiet im Düsseldorfer Süden direkt neben eine Gelbe Tonne gestellt hatte – um fünf Häuser weiter schnell einen Benachrichtigungszettel in einen Briefkasten zu werfen. Als er zur Gelben Tonne zurückkam, hatte die Awista-Truppe ihren Job sehr gründlich erledigt – und hatte den Handwerkskoffer samt Messtechnik für 6000 Euro mit in die Müllpresse gestopft, also entsorgt.

„Man kann doch nicht alles mitnehmen, was in der Nähe von Tonnen steht“, so der Kläger-Anwalt. „Erst recht nicht, wenn es erkennbar gerade kein Müll ist.“ Eine Anwältin der Awista und ein Vertreter des städtischen Rechtsamtes ließen das nicht gelten: „Der Kläger hätte merken müssen, als der Müllwagen näher kam, dass die Beseitigung unmittelbar bevorstand!“ Die Richterin nickend: „Da bestand akute Gefahr, dass entsorgt wird!“ Und der Awista-Besatzung könne man jetzt ja nicht vorwerfen, „dass sie beim Einladen von Plastikmüll auch einen Kunststoffkoffer mitgenommen hat“, so die Richterin. Das Urteil wird am 13. März verkündet.