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Auszeichnung

Düsseldorfer Kunstpreis für Thomas Schütte

15.04.2010 | 21:41 Uhr
Düsseldorfer Kunstpreis für Thomas Schütte

Düsseldorf.Weil er mit Skulpturen, Zeichnungen, Aquarellen, Radierungen und Architektur umfassend als richtungsweisender Künstler präsent ist, erhält der Düsseldorfer Thomas Schütte den höchstdotierten öffentlichen Kunstpreis, den seiner Heimatstadt.

Und weil das kulturelle Ereignis nationale Bedeutung hat, hat Oberbürgermeister Dirk Elbers die Preisvergabe gestern nach einer Jurysitzung in der NRW-Landesvertretung in Berlin verkündet.

Thomas Schüttes Werk pendele „zwischen vordergründiger Harmlosigkeit und hintergründiger Monstrosität“, hatte die Jury befunden. Es könne als „Bühnen für ein absurdes Welttheater verstanden werden“.

Düsseldorfer Kunstakademie wieder „sexy“

Immer brachten die Redner vor knapp 200 Gästen im Saal des NRW-Hauses die Kunstszene mit der weltweit bekannten Düsseldorfer Kunstakademie zusammen, mit der Gruppe Zero, mit Künstlern von Joseph Beuys bis Nam June Paik. In der anschließenden Podiumsdiskussion über die „Düsseldorfer Aufbruchstimmung“ hieß es allerdings auch, dass die Akademie gerade wieder „sexy“ geworden sei, nachdem sie jahrelang keine besonderen Künstler hervorgebracht habe. „Jede Kunstakademie hat seine Zeit“, befand Katharina Grosse, die soeben als Professorin für Malerei an die Akademie berufen wurde. Rheinland und Berlin, das müsse nicht gegeneinander, sondern gemeinsam gedacht werden. Die rheinische Kunstszene und die internationale Strahlkraft Berlins sollten sich gegenseitig Impulse geben.

Kaspar König, Chef des Kölner Museums Ludwig, nannte die Jury-Entscheidung „großartig“ und „vollkommen souverän“. Das Niveau der Düsseldorfer Kunstpreisträger seit 2006 sei „phantastisch“. Die Entscheidung für Schütte war in der Jury mit großer Mehrheit gefallen. Zuvor erhielten bereits der US-amerikanische Künstler Bruce Nauman, die in Amsterdam lebende Malerin Marlene Dumas und zuletzt Bildhauerin Rosemarie Trockel den mit 55 000 Euro dotierten Preis, der seinerzeit vom verstorbenen Oberbürgermeister Joachim Erwin und Akademierektor Markus Lüpertz initiiert wurde.

„Botschaft des Westens im Osten“

NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff hob die NRW-Szene so vehement hervor, dass sich einige Berliner in der „Botschaft des Westens im Osten“ (Grosse-Brockhoff) etwas unwohl fühlten. Sollte doch eher die Brücke zwischen Rhein und Spree geschlagen werden. „Aber die Konkurrenz ist gut.“ Und der „Humus“ ist, dank der Vielzahl von Museen und Galerien, eben doch am Rhein.

Der 1954 in Oldenburg geborene Schütte lebt und arbeitet in Düsseldorf. Er studierte an der Kunstakademie bei Fritz Schwegler und Gerhard Richter. Derzeit sind seine „Großen Geister“ unter der Kuppel des K21/Ständehaus zu sehen - zur Quadriennale wird er hier bei der 80er-Jahre-Ausstellung vertreten sein. Den Kunstpreis nimmt er am 10. September entgegen. Gestern war er für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, Nur soviel: Er sehe den Preis als wichtige Anerkennung für seine Arbeit und freue sich auf den Festakt.

Dieter Schneider

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