Düsseldorfer Industrie soll unter Dampf bleiben

Der Masterplan Industrie ist eine Initiative, die im Jahr 2011 gemeinsam von Stadt, IHK, Industrieunternehmen, Verbänden und Vereinen ins Leben gerufen wurde, um Düsseldorf als wichtigen Industriestandort zu erhalten und zu entwickeln. Eine Reihe von Projektideen und Maßnahmen sind seitdem initiiert und umgesetzt worden. Oberbürgermeister Thomas Geisel, Ulrich Lehner, Präsident der IHK Düsseldorf und die Vertreter des Steuerungskreises kamen jetzt im Rathaus zusammen, um über die Ergebnisse der Arbeitsgruppen aus dem vergangenen Jahr zu diskutieren.

Eine Reihe von Projekten konnten seither mit Erfolg zu Ende geführt werden. Auch sind im Verlauf der Arbeit weitere Aktionsfelder hinzugekommen, die neue Ideen und Perspektiven für den Industriestandort Düsseldorf eröffnen.

„Der Masterplan Industrie bietet als Kommunikationsplattform die Möglichkeit, alle Fragestellungen zur Sicherung und Fortentwicklung des Industriestandortes Düsseldorf kooperativ und kontinuierlich zu beraten. So ist sicher gestellt, dass die handelnden Akteure gemeinschaftliche Lösungen entwickeln und ihr Expertenwissen einbringen“, sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel im Anschluss an die Sitzung. „Die Arbeitsgruppen haben bereits beachtliche Ergebnisse erzielt. Alle Beteiligten sind sich einig, den aktiven Dialog zwischen Stadt und Industrie fortzusetzen, um die Entwicklung des Industriestandortes auch weiterhin voranzubringen und zu gestalten.“

Düsseldorf als Beispiel für den Bund

Dass Düsseldorf mit dem Masterplan Industrie auf dem richtigen Weg ist, stellte auch IHK-Präsident Ulrich Lehner heraus: „Mit großem Interesse habe ich letzte Woche der Presse entnommen, dass der Bundeswirtschaftsminister mit hochrangigen Wirtschaftsvertretern das Bündnis ‘Zukunft der Industrie’ gegründet hat. Geplant seien vier Arbeitsgruppen, es solle verbindliche Arbeitsergebnisse geben, inhaltlich gehe es unter anderem um gute Rahmenbedingungen für die Industrie – das erinnert mich sehr an unseren Masterplan! Man kann sagen: Düsseldorf ist beispielgebend für den Bund!“

Flächenbedarf der Industrie

Themen wie die „Sicherung und Fortentwicklung von Gewerbe- und Industriegebieten“, die „Lösungsfindung an der Nahtstelle von Wohnen und Industrie“ oder die „Flächenbedarfsermittlung von Gewerbe und Industrie“, haben die Arbeitsgruppe 1, die sich mit Flächen und Infrastruktur befasst, zu Beginn ihrer Arbeit beschäftigt. Ein weiteres wichtiges Aktionsfeld dieser Arbeitsgruppe ist das Thema „Qualifizierung der Reserveflächenpotenziale“. Dem ermittelten Bedarf von rund 90 Hektar steht ein Angebot von rund 81 Hektar gut bis mittel geeigneter, aktivierbarer Gewerbe- und Industrieflächen innerhalb Düsseldorfs zur Verfügung. Diese Unterdeckung kann jedoch in der Region als Flächenbedarf abgebildet werden.

Im Rahmen der Regionalen Kooperation mit den Kreisen Mettmann und Neuss werden als nächste Schritte diese Flächenpotenziale im Hinblick auf ihre Eignung und Aktivierbarkeit überprüft. Innovationsportal Düsseldorf vernetzt Forschung und Industrie Wissenschaft, Forschung und Innovationen sind für die Industrie von großer Bedeutung.

Die Aktionsfelder der Arbeitsgruppe 2 sind Technologie und Clusterpolitik. Zudem beschäftigt sie sich mit der Ermittlung der so genannten Forschungs- und Entwicklungsbedarfe der Unternehmen und einer Bestandsaufnahme der Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen beziehungsweise Hochschulen. Diese Bereiche sind allesamt erfolgreich bearbeitet worden.

Als eines der wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe steht das neu entwickelte und in der vergangenen Woche online gegangene Innovationsportal der Stadt Düsseldorf, www.innovation-dus.de. Das Online-Portal stellt Informationen über den Hochschul- und Forschungsstandort Düsseldorf bereit und bietet Kontaktmöglichkeiten, um Wissenschaft und Wirtschaft in der Landeshauptstadt zusammenzubringen.

Firmen finden hier zum Beispiel mit wenigen Klicks zu den richtigen Hochschulpartnern, egal, ob sie Technologie- oder Marktrecherchen, Machbarkeits- oder Werkstoffstudien, den Bau von Prototypen oder Konstruktionsleistungen in Auftrag geben wollen.

Herausforderung Energiewende

„Die Energiewende stellt die Industrie vor große Herausforderungen. Ein Lichtblick ist da unser neues Gas- und Dampf-Kraftwerk ‘Fortuna’ auf der Lausward. Es schafft Versorgungssicherheit, ist klimafreundlich, wirtschaftlich und hält deshalb – hoffentlich – auch die Kosten für die Energieabnehmer in Grenzen“, so IHK-Präsident Lehner. Als eines der Themen aus der Arbeitsgruppe 3, die sich mit Energie befasst, wurde der aktuelle Fortschritt des Kraftwerks auf der Lausward vorgestellt.

Die Arbeiten am neuen Gas- und Dampf-Kraftwerk verlaufen planmäßig. Die Betriebsaufnahme ist für Frühjahr 2016 geplant. Mit seiner Leistungsfähigkeit und Flexibilität trägt „Fortuna“ wesentlich zur Versorgungssicherheit der Region und zu verlässlichen Preisen für Industrie, Gewerbe und Bürger bei. Mit einer Effizienz von 61 Prozent für die reine Stromerzeugung und rund 85 Prozent für die Kraft-Wärme-Kopplung, wird es das effizienteste und damit fortschrittlichste Erdgas-Kraftwerk der Welt.

Fachkräfte als Erfolgsfaktor

Die Deckung des Bedarfs an Fachkräften wird in den kommenden Jahren eine besondere Herausforderung für die Wirtschaft sein. Wichtiges Ziel beim Thema Arbeits- und Ausbildungsmarkt in der Arbeitsgruppe 4 ist die Nachwuchs- und Fachkräftesicherung durch das Ausschöpfen des vorhandenen Ausbildungspotenziales.

Daher konzentriert sich die Arbeitsgruppe auf das Thema Übergang von Schule zu Hochschule oder in den Beruf und hierbei besonders auf die mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereiche.

Über das Kompetenzzentrum „Übergang von Schule zu Hochschule oder in den Beruf“ hat sich das MINT-Netzwerk mit 24 Mitgliedern gegründet und einen eigenen Internetauftritt erstellt, www.mint-duesseldorf.de. Dort können alle regionalen Angebote der unterschiedlichen Institutionen gebündelt dargestellt werden. Interessierte können sich über die lokalen Möglichkeiten informieren.

Die lange Nacht der Industrie Die „Lange Nacht der Industrie“ leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Images der Industrie und ihrer hochinnovativen und zukunftsfähigen Unternehmen. Die vierte Veranstaltung fand am 23. Oktober mit 65 teilnehmenden Unternehmen statt. 2800 Besucher haben die Gelegenheit wahrgenommen und sich ein Bild von moderner, industrieller Produktion gemacht. Über 6000 Interessierte hatten sich angemeldet.

Ein Teilnehmer fasste seine Eindrücke nach der Veranstaltung zusammen: „Das Engagement, dem Laienpublikum die Fertigungs- und Anwendungsprozesse anschaulich und verständlich nahe zu bringen, war toll. Wir waren uneingeschränkt begeistert und werden uns beim nächsten Mal wieder anmelden! Danke für diesen informativen Abend!“