Düsseldorf

Düsseldorfer Imkerverein wünscht sich mehr Bienenweiden

Tütchen mit Samen von so genannten „Trachtpflanzen“ werden gefüllt.
Tütchen mit Samen von so genannten „Trachtpflanzen“ werden gefüllt.
Foto: OH
Was wir bereits wissen
Damit die Honig- und Wildbienen bis zum Spätherbst Nahrung finden, hat der Verein Apidea Mellifica 12 500 Tütchen mit Samen von so genannten „Trachtpflanzen“.

Düsseldorf.  . „Jetzt hatten die schon ganz schön fette, gelbe Beine“, sagt Sabine Heiligtag und ist über ihre jüngste Beobachtung sehr zufrieden. „Die“, das sind ihre Bienenvölker, welche sie seit zwei Jahren mit Partnerin Dörte Heiligtag pflegt. Nach dem Winter sind die Immen startklar. Sie orten früh blühende Pflanzen und befördern die an ihren Beinchen klebenden gelben Pollen zum Stock.

„Ohne Biene keine Kirsche“, bringt Sabine Heiligtag die Unverzichtbarkeit der bestäubenden Insekten auf den Punkt. Als sie vor drei Jahren vom Bienensterben hörte, wollte sie etwas dagegen tun. Am Tag der offenen Gartenpforte besuchte das Paar den Lehrbienenstand des Vereins Apidea Mellifica, „Und plötzlich hatten wir 30 000 Kinder“, umreißt Heiligtag die Größe eines Bienenvolks.

Damit die Honig- und Wildbienen bis zum Spätherbst Nahrung finden, haben sie und weitere Hobbyimker des Vereins 12 500 Tütchen mit Samen von sogenannten „Trachtpflanzen“ wie dem blauen Drachenkopf gefüllt. Dazu trafen sich Vereinsmittglieder während des Winters jeden Sonntagmorgen um neun Uhr am Lehrbienenstand des Vereins. Der liegt in der Kleingartenanlage „Sonniger Süden“.

Das Angebot ist kostenlos

Jetzt sind die Düsseldorfer gefragt, damit in Balkonkästen, auf Baumscheiben, in Schrebergärten oder Vorgärten ein bienenfreundliches Blütenmeer entsteht. Beträchtliche Spenden, unter anderem vom Derendorfer Jonges-Bass Martin Meyer – gemeinsam mit der Allianz-Umweltstiftung „Blauer Adler“ – ermöglichen, dass dieses Angebot kostenlos ist.

Ziel der Imker ist, in Düsseldorf für Bienen und Insekten ein vielfältiges und kontinuierliches Nahrungsangebot zur schaffen. „Die Stadt ist für die Bienen ein besserer Lebensraum als das Land“, sagt Jens Nießing, Vorsitzender des Vereins. „Auf dem Land finden sie große Flächen mit Monokulturen. Wenn ein Rapsfeld geerntet ist, finden die Bienen auf der ganzen Fläche nichts anderes mehr.“ Zudem setzt die Landwirtschaft verstärkt auf Hybridpflanzen, die weder Pollen noch Nektar führen.

Das Gartenamt unterstützt das Anliegen der Imker. Dass Bienenweiden auch Augenweiden sind, war im vergangengen Jahr am Südring/Völklinger Straße zu sehen: Ringelblumen, Klatschmohn Margeriten und Malven boten ein romantisches Bild.