Düsseldorfer Frauen bekommen ihr erstes Kind immer später

Spätes Mutterglück gibt es in Düsseldorf immer häufiger.
Spätes Mutterglück gibt es in Düsseldorf immer häufiger.
Foto: Knut Vahlensieck/ Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Immer mehr Düsseldorferinnen bekommen mit mehr als 40 Jahren noch ein Baby. Mit 6,3 Prozent liegen die Mütter der Stadt deutlich über Bundestrend.

Düsseldorf.. Madonna hat es getan, Nicole Kidman und Carla Bruni ebenso, und auch immer mehr Düsseldorferinnen tun es: mit über 40 Jahren noch ein Kind bekommen. Nach aktuellen Zahlen des statistischen Landesamtes Information und Technik Nordrhein-Westfalen waren im Jahr 2013 exakt 6,3 Prozent der Düsseldorfer Mütter bei der Geburt ihres Kindes mindestens 40 Jahre alt. Damit hat sich ihr Anteil in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdreifacht. Die NRW-Landeshauptstadt liegt bei den Ü40-Müttern zudem über dem Bundesdurchschnitt von 4,1 Prozent.

Über die Gründe für diesen Trend lässt sich nur spekulieren. Neben den Fortschritten in der Medizin, die es Frauen erleichtern, auch noch in späteren Jahren Kinder zu bekommen, liegt eine weitere Erklärung in den Lebensumständen. „Das Leben der Frauen hat sich komplett verändert“, sagt die Düsseldorfer Gynäkologin Melanie Suntinger, die das in ihrer täglichen Arbeit erlebt. „Nach dem Schulabschluss wollen Frauen heute erst mal ein bisschen leben, vielleicht auch noch studieren.“ Der Kinderwunsch rücke so nach hinten. „Und dann möchte man auch, dass alles passt: eine feste Partnerschaft, ein sicherer Job“, so Suntinger. Früher habe man noch ein idealistischeres Bild von Ehe und Familie gehabt. „Das ist heute anders.“

Familie

Frauen bekommen im Schnitt mir 29 Jahren ihr erstes Kind

Den Trend zur späten Geburt hat Düsseldorf nicht exklusiv. Nach einer Studie des Statistischen Bundesamtes nimmt das Alter der Frauen bei der ersten Geburt in ganz Deutschland beständig zu. Mütter, die erstmals ein Kind zur Welt brachten, waren 2012 durchschnittlich 29 Jahre alt; in den 70er Jahren lag dieser Wert noch bei 24 Jahren.

Dass Frauen immer später zum ersten Mal ein Kind gebären, wirkt sich auch auf die Gesamtzahl ihrer Kinder aus. Laut der Studie des Statistischen Bundesamtes bekommen Frauen im Laufe ihres Lebens umso mehr Kinder, je jünger sie bei der Geburt des ersten Kindes waren.

Ein Phänomen, das Suntinger nicht verwundert. „Erst spät mit dem Kinderkriegen anzufangen, ist insofern problematisch, als dass die Fruchtbarkeit früher abnimmt als man glaubt“, sagt die Gynäkologin. Wer erst nach dem 30. Lebensjahr versuche, schwanger zu werden, der müsse davon ausgehen, dass es bis zur tatsächlichen Schwangerschaft oft länger dauere. „Spätgebärende ab 40 Jahren haben zudem ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck oder eine Schwangerschaftsvergiftung“, sagt Suntinger.

1,72 Kinder pro Familie

Bei der durchschnittlichen Kinderzahl pro Familie liegt Düsseldorf unter den deutschen Großstädten mit mehr als 500 000 Einwohnern auf Rang sieben. Spitzenreiter ist Duisburg mit 1,84 Kindern (Düsseldorf: 1,72). Und: Die Geburtenzahl ist 2013 in der Landeshauptstadt gestiegen – um 186 Kinder gegenüber 2012 auf insgesamt 6108.

Auch dank der wachsenden Zahl von Müttern über 40....