Düsseldorfer FDP fordert Anschlussstelle „Knittkuhl“ an A 44

Was wir bereits wissen
Düsseldorfer Osten soll entlastet werden – auch eine neue Straßenbahn-Trasse soll dazu beitragen

Düsseldorf..  Manfred Neuenhaus bringt es auf den Punkt. „Die B 7 ist mehr als 100 Prozent ausgelastet“, sagt der FDP-Ratsherr. Vor allem morgens und nachmittags gibt es auf der Bergischen Landstraße (B7) zwischen Mettmann und Düsseldorf Staus. Sie ist eine der Haupteinfahrtstrecken nach Düsseldorf. Mit dem neuen Wohngebiet auf dem Gelände der Bergischen Kaserne an Bergische Landstraße/Knittkuhler Straße, das ab 2020 entsteht, verschärft sich die Situation weiter.

Die FDP sieht hier Handlungsbedarf. Der zuständige Ortsverband für den Stadtbezirk 7 mit Vorsitzender Christine Rachner und Bezirksvertreter Sönke Willms-Heyng stellten gestern eine neue Idee vor: Eine neue Anschlussstelle für die Flughafen-Autobahn A 44 (führt zwischen A 3/Kreuz Ratingen-Ost entlang des Flughafens nach Meerbusch). Die soll an der Knittkuhler Straße, die Hubbelrath mit Ratingen verbindet, im Bereich der A 44-Unterführung entstehen.

Vor allem für die künftigen Bewohner des Kasernengeländes, wo 200 Einfamilienhäuser oder Wohnungen für 3000 bis 4000 Menschen entstehen werden, ist dies eine optimale Verbindung zum Flughafen und zur Innenstadt. Eine spürbare Entlastung der B 7 von der derzeitigen Situation wird dies kaum bringen – aber, so betont Manfred Neuenhaus: Durch das neue Wohngebiet wird die Straße mit einer zusätzlichen Anschlussstelle zumindest nicht weiter belastet.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt wurde „um eine ernsthafte und sachgerechte Prüfung“ gebeten. Den Ampel-Partnern SPD und Grüne wird der Vorschlag jetzt vorgestellt, ebenfalls der Stadt Ratingen, auf deren Gebiet die neue Auf-/Abfahrt „Knittkuhl“ liegen wird. Dass es hier Widerstände gibt, glaubt die FDP nicht: Zum einen bringt das eine schnelle Zuführung Ratinger Autofahrer auf die wenig befahrene A 44, zum anderen wird der jetzt schon aus Hubbelrath kommende Durchgangsverkehr bereits an der Stadtgrenze auf die A 44 geführt und muss nicht erst in Ratingen innerstädtisch über Industriestraße und Mettmanner Straße zur bestehenden Anschlussstelle „Schwarzbach“ geführt werden.

In fünf Jahren soll der Wohnungsbau auf dem Kasernengelände beginnen. Bis dahin, so die FDP, könnte die Anschlussstelle fertig sein.

Zur Entlastung der Bergischen Landstraße und Anbindung des neuen Wohngebietes plant die Ampel im Stadtrat (SPD, Grüne, FDP) auch eine Weiterführung der Straßenbahn vom Gerresheimer Krankenhaus bis Hubbelrath. Tabu ist die Bergische Landstraße, da sich Bahn und Autos die Fahrbahn teilen müssten. „Es bringt ja nichts, wenn auch die Bahn im Stau steht“, so Neuenhaus. Die Ampel-Partner haben drei Alternativen, die in den kommenden Wochen vorgestellt werden sollen. Fakt allerdings ist: Eine Trasse bis Hubbelrath ist, so Neuenhaus, „fast unmöglich“. Wegen der engen B 7, der angrenzenden dichten Bebauung und der umliegenden Landschaftsschutzgebiete. Allein die Planungsphase könne 10 bis 15 Jahre dauern. Etwas optimistisch zeigt sich der FDP-Mann: „Wir lassen unsere Fantasie spielen um die Straßenbahn-Anbindung bis Hubbelrath hinzubekommen.“