Düsseldorfer Experten kritisieren Bundespolitik

Burkhard Hintzsche.
Burkhard Hintzsche.
Foto: imago/Horstmüller
Was wir bereits wissen
„Ergebnisse des Gipfels sind fatal“, sagen die Düsseldorfer Experten Miriam Koch und Burkhard Hintsche zum Thema Flüchtlingspolitik. Runde Tisch Asyl macht Sommerpause.

Derzeit leben rund 2560 Flüchtlinge in Düsseldorf, jeden Monat kommen neue hinzu. Beim runden Tisch Asyl am Montag im Rathaus haben Vertreter von Politik, Wohlfahrtsverbänden und Flüchtlingsinitiativen weitere Lösungen für die Unterbringung und Einbindung der Flüchtlinge entwickelt.

Die Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Düsseldorf, Miriam Koch, kam zufrieden aus der Sitzung, teilte aber sogleich gegen die Flüchtlingspolitik auf Bundesebene aus.

Die enttäuschenden Ergebnisse beim Flüchtlingsgipfel und das angestrebte Mandat der EU, Schlepper im Mittelmeer mit „robusten Militäreinsätzen“ zu stoppen, beschreibt Koch als „fatal“ und fügt an: „Die Stadt Düsseldorf beschäftigt sich intensiv mit allen Aspekten der Flüchtlingshilfe, im Gegensatz zu sogenannten Gipfeln auf Bundesebene, die den Kommunen nichts bringen.“ Burkhard Hintzsche, Dezernent für Jugend und Soziales der Stadt Düsseldorf, schlug ähnliche Töne an: „Auf Bundesebene sitzen in diesen Gremien Menschen, die helfen könnten, es aber noch nicht tun.“

Zugang zu Regelangeboten

Ein zentraler Aspekt für die Flüchtlingshilfe in Düsseldorf besteht für Hintzsche vor allem darin, Zugang zu den Regelangeboten der Stadt zu schaffen. Dieses Ziel wurde in Bezug auf den Kita-Navigator erfüllt. „95 Prozent aller drei bis sechs jährigen Kinder aus Flüchtlingsfamilien sind mittlerweile in dem System erfasst. „Die Stadt Düsseldorf bietet außerdem Spielgruppen für die ganz Kleinen an, Zugänge zu Jugendfreizeiteinrichtungen werden erweitert, und auch die mobile Kinder- und Jugendarbeit soll ausgeweitet werden“, erklärte Hintzsche. Um dies zu gewährleisten, wird unter anderem das Programm des „Sportactionbus“, einer mobilen Jugendfreizeiteinrichtung mit Unterstützung des Jugendamtes der Stadt, ausgeweitet. Auch der sportmotorische Test, der für Kinder der zweiten Grundschulklasse obligatorisch ist, wird in Zukunft bei allen, Kindern die in Düsseldorf leben durchgeführt werden, um früh genug auf die Stärken und Schwächen der Kinder einzuwirken.

Platz zu schaffen für die Flüchtlinge, ist ein weiterer zentraler Aspekt. Vier neue Wohnmoduleinheiten sollen bis August beziehbar sein. „Fünf weitere sind aktuell ausgeschrieben und sollen im September stehen“, versprach Birgit Lilienbecker, zuständige Leiterin für die Asylbewerberunterkünfte im Amt für Gebäudemanagement. Zusätzliche vier Modulbauten schaffen insgesamt 2720 Plätze und decken damit den aktuellen Bedarf für die Flüchtlinge in Düsseldorf.

Der Runde Tisch wird nun bis zum Ende der Sommerferien pausieren. „Untätig werden wir in dieser Zeit allerdings nicht sein“, fügte die Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch an. So wurden Arbeitsgruppen gebildet die sich unter anderem mit den Themengebieten „Arbeit,Ausbildung, Praktika“ und „Frauen und Flüchtlinge“ auseinandersetzen werden.

Außerdem wird es noch in dieser Woche ein Gespräch mit der Landesregierung zum Thema Flüchtlinge geben. Wann und wo dieses Treffen statt finden wird ließen die drei offen. „Wir sind sehr gespannt was die Gespräche ergeben werden“, merkte Hintzsche an.