Düsseldorfer Escort-Service sucht Prostituierte über Arbeitsagentur

In ihrer Jobbörse hatte die Agentur für Arbeit ein Stellenangebot eines Düsseldorfer Escort-Service. Das Unternehmen suchte Hostessen als erotische Begleiterinnen.
In ihrer Jobbörse hatte die Agentur für Arbeit ein Stellenangebot eines Düsseldorfer Escort-Service. Das Unternehmen suchte Hostessen als erotische Begleiterinnen.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
Ein Düsseldorfer Escort-Service hat in der Online-Jobbörse der Agentur für Arbeit nach Begleitdamen für erotische Abenteuer gesucht. Die Arbeitsagentur spricht von einem Versehen und löschte das Stellenangebot, das bei der automatischen Überprüfung „durchgerutscht“ sei.

Düsseldorf.. Ein recht schlüpfriges Angebot hatte jetzt die Agentur für Arbeit: In der Online-Jobbörse suchte das Düsseldorfer Unternehmen Escort.de „selbstständige Begleitungen (Hostess)“. Dass bei dieser Art von Begleitservice auch Sex zum Programm gehört, dürfte den Interessentinnen schnell deutlich geworden sein, sobald sie sich die entsprechende Webseite geklickt haben. Auf der Seite des Escort-Services posieren Frauen in Reizwäsche und erzählen in Steckbriefen über erotischen Vorlieben von erotischen Massagen bis zum Girlfriendsex oder gar SM-Spielen.

Stellenangebot wurde aus der Jobbörse entfernt

Nach ersten Medienberichten entfernte die Arbeitsagentur das frivole Angebot aus ihrer Jobbörse und bedauerte, dass die Anzeige "durchgerutscht" sei. Dass das Gesuch überhaupt auf der Seite erschienen ist, habe einen technischen Hintergrund, so Werner Marquis, Sprecher der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. „Bei dieser Anzeige musste man schon zwischen den Zeilen lesen, und das fällt einer Maschine entsprechend schwer.“

Jobcenter Geprüft werden Stellenangebote von registrierten Arbeitgebern, die nur in der Online-Börse erscheinen und für die keine Unterstützung eines Arbeitsvermittlers angefragt wird, nämlich vom Computer anhand einer so genannten „Flameliste.“ So würden Angebote zunächst auf Schlüsselworte wie Erotik, Pornografie, Prostitution und Glücksspiel überprüft. Enthalten die Jobbeschreibungen diese Begriffe, würden sie erst einmal blockiert und müssten dann von Mitarbeitern freigeschaltet oder gelöscht werden, erklärt Marquis.

Escort und Hostess nun auf der Stoppliste

Als Konsequenz erweitert die Arbeitsagentur nun diese Stoppliste um die Begriffe Escort und Hostess, auch wenn dadurch erst einmal nicht-frivole Jobs, wie etwa als Messe-Hostess, durchs Raster fallen und dann manuell freigeschaltet werden müssen.

Erst im Februar hatte es einen ähnlichen Fall gegeben. Damals wurde einer 19-Jährigen über die Augsburger Agentur für Arbeit eine Stelle in einem Bordell vorgeschlagen, das eine Servicekraft suchte. Grundsätzlich vermittele die Agentur für Arbeit aber nicht ins Rotlicht-Milieu, betonte eine Sprecherin der Bundesagentur. (mawo)