Düsseldorfer Escort-Service sucht Prostituierte über Arbeitsagentur
05.03.2013 | 14:43 Uhr 2013-03-05T14:43:00+0100
Düsseldorf. Ein Düsseldorfer Escort-Service hat in der Online-Jobbörse der Agentur für Arbeit nach Begleitdamen für erotische Abenteuer gesucht. Die Arbeitsagentur spricht von einem Versehen und löschte das Stellenangebot, das bei der automatischen Überprüfung „durchgerutscht“ sei.
Ein recht schlüpfriges Angebot hatte jetzt die Agentur für Arbeit: In der Online-Jobbörse suchte das Düsseldorfer Unternehmen Escort.de „selbstständige Begleitungen (Hostess)“. Dass bei dieser Art von Begleitservice auch Sex zum Programm gehört, dürfte den Interessentinnen schnell deutlich geworden sein, sobald sie sich die entsprechende Webseite geklickt haben. Auf der Seite des Escort-Services posieren Frauen in Reizwäsche und erzählen in Steckbriefen über erotischen Vorlieben von erotischen Massagen bis zum Girlfriendsex oder gar SM-Spielen.
Stellenangebot wurde aus der Jobbörse entfernt
Nach ersten Medienberichten entfernte die Arbeitsagentur das frivole Angebot aus ihrer Jobbörse und bedauerte, dass die Anzeige "durchgerutscht" sei. Dass das Gesuch überhaupt auf der Seite erschienen ist, habe einen technischen Hintergrund, so Werner Marquis, Sprecher der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. „Bei dieser Anzeige musste man schon zwischen den Zeilen lesen, und das fällt einer Maschine entsprechend schwer.“
Völlig entsetzt hat eine 19-Jährige der Job-Vorschlag der Arbeitsagentur in Augsburg. Die Frau sollte in einem Bordell Gästen an der Theke Getränke ausschenken. Davon war in einem vorherigen Vermittlungsgespräch keine Rede. Der Arbeitsagentur ist der Vorfall peinlich.
Geprüft werden Stellenangebote von registrierten Arbeitgebern, die nur in der Online-Börse erscheinen und für die keine Unterstützung eines Arbeitsvermittlers angefragt wird, nämlich vom Computer anhand einer so genannten „Flameliste.“ So würden Angebote zunächst auf Schlüsselworte wie Erotik, Pornografie, Prostitution und Glücksspiel überprüft. Enthalten die Jobbeschreibungen diese Begriffe, würden sie erst einmal blockiert und müssten dann von Mitarbeitern freigeschaltet oder gelöscht werden, erklärt Marquis.
Escort und Hostess nun auf der Stoppliste
Als Konsequenz erweitert die Arbeitsagentur nun diese Stoppliste um die Begriffe Escort und Hostess, auch wenn dadurch erst einmal nicht-frivole Jobs, wie etwa als Messe-Hostess, durchs Raster fallen und dann manuell freigeschaltet werden müssen.
Erst im Februar hatte es einen ähnlichen Fall gegeben. Damals wurde einer 19-Jährigen über die Augsburger Agentur für Arbeit eine Stelle in einem Bordell vorgeschlagen, das eine Servicekraft suchte. Grundsätzlich vermittele die Agentur für Arbeit aber nicht ins Rotlicht-Milieu, betonte eine Sprecherin der Bundesagentur. (mawo)
12:20
Werden dann jetzt die Jobangeboten von Zeitarbeitsfirmen und privaten Arbeitsvermittlern auch gelöscht? Dagegen ist ein Escort-Service ja eigentlich noch Seriös. Bin mir sicher, das dort nicht nur Mindestlöhne gezahlt werden.
11:58
Wo genau ist das Problem? Bei vielen der Arbeits-"Suchenden" dürfte man damit die einzige Qualifikation getroffen haben. Wenn man schon die (mit nichts zu begründende) Forderung aufstellt, dass jeder von seiner Arbeit leben können muss, dann muss man auch alle Qualifikationen, die das ermöglichen könnten, mit in Betracht ziehen.
20:11
Wer A sagt, muss auch B sagen.
Sollen hier etwa die Prostituierten diskriminiert werden?
Wann kommt die Klage der Bordell-/Escort-Service-Betreiber?
OK, es ist sicherlich ein Jobs, der nicht für jeden geeignet ist, aber das ist auch bei vielen anderen Jobs der Fall.
19:31
Die rot-grüne Bundesregierung hat die Gesetze doch dahingehend geändert, dass dieser Beruf "ganz normal" ist. Also warum soll ein Escortservice nicht ganz artig bei der Arbeitsagentur nach Frauen suchen.
Besser, als wenn sie Frauen aus Osteuropa entführen und zu dieser Arbeit zwingen.
Allerdings sollte die Arbeitsagentur diesen Beruf nicht aktiv vermitteln, das ginge nun doch zu weit. Das soll sich jede Frau selber überlegen, ob sie es schafft. So ganz "normal" ist dieser Beruf nun weiss Gott nicht.
17:54
Dann sollte man aber auch so konsequent sein und die Leiharbeitsfirmen auch alle rausnehmen.
17:53
Bin mal gespannt wann es so weit ist das eine Leistungsempfängerin durch Arbeitsamt/Arge GEZWUNGEN wird sich zu prostituieren. Schließlich ist JEDE legale Arbeit zumutbar...
...werden jene Leute, die sich für Billiglohn verkaufen müssen, das denn nicht schon?
17:46
Nicht alles, was für Bett- ina Recht war, muss anständigen Menschen und Arbeitssuchenden im wahrsten Sinne des Wortes b i l l i g sein...
17:40
...sind viele mit einem schnelle "ist doch egal" bei der Hand. Ein Denken darüber hinaus ist vielen doch zu mühselig. Ich finde es nicht nur moralisch verwerflich, dass es anscheinend Menschen gibt, die Andere zu Allem nötigen wollen, Hauptsache man liegt der Allgemeinheit nicht auf der Tasche. In einer arroganten Weise werden dann Sichtweisen vertreten, als man man selbst die Last eines Hartz-IV Beziehers allein zu stemmen hat. Schaut man sich dann das Einkommen jener an, die schnell mit Vorurteilen und Drangsalierungen zur Hand, tragen sie nur einen atomaren Teil ihres Einkommens bei. Aber sich aufregen, als würden sie für die Masse aller sprechen wollen. Naja, dass sind dann auch meisten Menschen, die anderes keine Geltung erhalten. Armes Deutschland, dass die Zahl derer immer mehr werden.
17:27
Und selbst wenn? Ja und?
...das weder Ihre Frau / Lebensgefährtin, Schwester oder noch Ihre Mutter jemals in Hartz IV landen, um dann mit einem solchen "Stellenangebot" konfrontiert zu werden. Vielleicht sogar genötigt es anzunehmen? Aber selbst wenn. Na und?
AndreasHoffner
Das sehe ich genauso:)
17:15
Da seit dem unter Rot-Grün verabschiedeten Prostituionsgesetz Prostitution ein normaler Beruf wie jeder andere ist, wo ist das Problem, wenn die Arbeitsagentur solche Jobs vermittelt?