Düsseldorfer erhebt Rassismus-Vorwurf gegen Club-Türsteher

Immer wieder stehen Türsteher unter Rassismus-Verdacht.
Immer wieder stehen Türsteher unter Rassismus-Verdacht.
Foto: Uwe Schaffmeister
Was wir bereits wissen
Ein Türsteher des Altstadt-Clubs Hausbar soll einem Düsseldorfer wegen seiner Hautfarbe den Eintritt verwehrt haben. Nun steht Aussage gegen Aussage.

Düsseldorf.. Zu betrunken, falsche Schuhe – und manchmal auch die falsche Haar- oder Hautfarbe: Es gibt viele Gründe, warum Feiernden der Zutritt zu Diskotheken und Clubs verwehrt wird. Allzu häufig ist Rassismus im Spiel. Auch der Düsseldorfer Rishi Chadha musste offenbar eine solche Erfahrung machen.

Auf Facebook erhebt der 33-Jährige schwere Vorwürfe gegen einen Mitarbeiter der Firma Rhein-Security. Die Firma arbeitet unter anderem für die Düsseldorfer Hausbar. Am Weiberfastnachts-Abend wollte Chadha demnach gemeinsam mit seiner Ehefrau und seiner Cousine, die zu Besuch aus London angereist war, in der Hausbar den Düsseldorfer Karneval feiern.

Vor dem Club in der Düsseldorfer Altstadt angekommen, sei der jecke Abend für das Trio allerdings gar nicht mehr lustig gewesen. Chadha berichtet, er sei von einem Türsteher rassistisch beleidigt worden.

Zunächst habe dieser Chadha aufgefordert, seine Karnevalsmaske vom Gesicht zu nehmen. „Willst du mich verarschen“, habe der Security-Mitarbeiter daraufhin gefragt, „das ist ein Laden für Weiße.“ Erstaunt und schockiert habe Chadha nach dem Namen des Mannes gefragt. Die Antwort sei gewesen: „Mein Name ist Hitler.“ Weitere Türsteher hätten sich bei Chadha und den beiden Frauen direkt für das Verhalten ihres Kollegen entschuldigt.

"Ich war zutiefst erschüttert"

„Ich war zutiefst erschüttert“, schreibt Chadha auf Facebook. Er sei gebürtiger Düsseldorfer mit indischen Wurzeln, habe zwei Jahre bei der Bundeswehr gedient und in seiner „tollen und multikulturellen Stadt“ noch nie solch rassistische Beleidigungen hinnehmen müssen.

Tanzveranstaltung Die Beleidigungen des Sicherheitsdienst-Mitarbeiters möchte Dino Cesljas, Geschäftsführer der Hausbar, weder bestätigen noch dementieren. Auf Anfrage teilt er per E-Mail mit: „Wir verurteilen derartige Äußerungen, sollten sie so gefallen sein, auf das Äußerste und distanzieren uns klar von (...) derartigem Gedankengut.“

Er und sein Betreiber-Team hätten selbst einen Migrationshintergrund, schreibt Cesljas. Der Altstadt-Club stehe für Weltoffenheit, Solidarität, Menschlichkeit und Toleranz. Das Personal, auch Angestellte von Drittfirmen wie dem Sicherheitsdienst Rhein-Security, hätten diese Werte zu beachten.

„Die Unterlassung jeglichen diskriminierenden Verhaltens haben wir uns von der externen Firma ebenso ausdrücklich und schriftlich zusichern lassen wie die Einhaltung des geltenden Rechts“, heißt es weiter. Auch auf ihrer Facebook-Fanseite bezieht die Hausbar Stellung.

Indes hat die Sicherheitsfirma Rhein-Security den Türsteher, der an Weiberfastnacht vor der Hausbar im Einsatz war, ausfindig gemacht. Er schildere die Situation aber völlig anders als Chadha, sagt Rhein-Securitiy-Anwalt Andreas Nitschke.

Türsteher vorerst vom Dienst suspendiert

Demnach handle es sich um ein großes Missverständnis: Der Eintritt in die Hausbar sei Chadha und seinen Begleiterinnen verwehrt worden, weil der Club eine Stunde später schließen wollte und deshalb einen Einlassstopp verhängt habe. Chadha selbst habe dies wohl falsch aufgenommen und auf seine Hautfarbe bezogen.

Auch hätte der Türsteher nicht gesagt, er heiße Hitler. Stattdessen habe er auf die Frage nach dem Namen seines Chefs „Werner Hippler“ geantwortet. Hippler ist der Geschäftsführer von Rhein-Security.

VIP-Einladung zur Klärung

Um das Missverständnis aus dem Weg zu räumen, habe der Rhein-Security-Anwalt Chadha, seine Frau und seine Cousine zu einen Abend in der VIP-Lounge der Hausbar eingeladen. „Wir wollen die Sache gerne bei einem Gläschen Champagner bereinigen“, erklärt Nitschke.

Rassismus Als Entschuldigung sei die Geste nicht zu verstehen. Vielmehr gehe es darum, das angebliche Missverständnis schnell zu klären. Stimmten hingegen Chadhas Vorwürfe, wäre dies ohne Frage ein Kündigungsgrund. Der beschuldigte Security-Mitarbeiter sei vorerst vom Dienst suspendiert worden.

Auf die VIP-Einladung habe Chadha bislang nicht reagiert. Bei der Polizei hat der Düsseldorfer aber Anzeige erstattet, weil er das Verhalten des Security-Mitarbeiters nicht tolerieren will. Mittlerweile ermittelt der Staatsschutz, teilt die Düsseldorfer Polizei auf Anfrage mit.