Düsseldorfer Daniel Knab arbeitet im Iglu-Hotel

Der Düsseldorfer Daniel Knab arbeitet im Iglu-Hotel Iglootel in Arjeplog (Schwedisch-Lappland)
Der Düsseldorfer Daniel Knab arbeitet im Iglu-Hotel Iglootel in Arjeplog (Schwedisch-Lappland)
Foto: waz
Was wir bereits wissen
Der Düsseldorfer Daniel Knab arbeitet in Schwedisch-Lappland. Licht und Glühwein sollen im „Iglootel“ die „gefühlte“ Temperatur bei den Gästen erhöhen.

Düsseldorf/Arjeplog..  Daniel Knab hat seine Mütze in die Stirn gezogen. Unter seiner Ski-Jacke trägt er warme Unterwäsche. Minus drei Grad zeigt das Thermometer an, dabei ist heute noch nicht mal der kälteste Tag. Der Düsseldorfer hat sich an die Temperaturen in Schwedisch-Lappland gewöhnt. Knab ist Gesellschafter des „Iglootels“, einem Hotel, das komplett aus Schnee und Eis gebaut wurde. Während sich in Deutschland alle auf den Frühling einstimmen, hat der 33-Jährige einen ziemlich kalten Arbeitsplatz. Eine Heizung gibt es nicht, dafür aber W-Lan.

Im Januar wurden die runden Bauten, die ansonsten wenig mit einem klassisch-kleinen Iglu gemein haben, errichtet. „Mit den Vorbereitungen haben wir schon im November begonnen, aber wir brauchten verlässlich die Minus-Temperaturen.“ Die Wände sind zwischen zwei und vier Meter dick. Die Fläche der Zimmer, Lounge, Bar und Gänge summiert sich auf 800 Quadratmeter. „Um die Raumhöhe und die Form hinzubekommen, haben wir große Ballons aufgeblasen. Die wurden dann von Schneekanonen beschossen“, beschreibt Daniel Knab.

Er ist studierter Maschinenbau-Ingenieur, rutschte nur durch Zufall ins Tourismus-Geschäft. Nach dem Studium fand er einen Job bei der Fluggesellschaft „Flycar“, die sich auf Charterverbindungen etwa nach Arvidsjaur in Schwedisch-Lappland spezialisiert hat. Das deutsche Unternehmen hatte gemeinsam mit einer schwedischen Hotelkette die Idee, die besondere Schlafstätte zu errichten. „Meine Eltern betreiben eine Pension in St. Goar, ich bin also mit dem Tourismus aufgewachsen.“

Der weiße Baustoff besteht zur Hälfte aus Eis und Schnee, die Mischung macht das Material kompakter. „Mit der Zeit hat sich der Schnee dann gesetzt.“ In die Wände sind kunstvolle Eisblöcke eingearbeitet, die aus einem nahe gelegenen See herausgesägt wurden. Die meisten, die durch die weißen Gänge laufen, fröstelt es. Dabei haben sich die Macher extra ein Lichtkonzept überlegt. Lila und Rot sollen dafür sorgen, dass es sich für die Gäste wärmer anfühlt. Die Besucher laufen zudem über Holzpaletten. Überall liegen Rentierfelle. Und zur Not werden an der Bar heißer Tee und Glühwein serviert.

Autofirmen testen Bremssysteme

„Es ist natürlich ein stressiger Job, aber die Arbeit ist hier viel entspannter.“ Knab hat Gefallen an Schweden gefunden – und die meisten Gäste sind ohnehin im Urlaubsmodus. Unter den Besuchern sind nicht nur Wintersportler, sondern auch Geschäftsreisende von Autofirmen. Rund um Arjeplog befinden sich zahlreiche Strecken, auf denen die Autofirmen beispielsweise die Bremssysteme ihrer neuen Modelle testen. Viele Unternehmen laden abends ins „Iglootel“ zu einem ebenso gemütlichen wie eisigen Beisammensein.

Einige bleiben nur auf einen Drink an der Bar. Hartgesottene quartieren sich hingegen für die komplette Nacht ein. Eingekuschelt in Schlafsäcke, die einen auch bei minus 30 Grad noch warm halten sollen, holt sich der eine oder andere dennoch eine kalte Nase. Heizungen gibt es schließlich nicht. Daniel Knab übernachtet allerdings wie die anderen Mitarbeiter im Warmen.

Ende April ist die Saison wieder vorbei, denn dann wird es selbst in Lappland ein bisschen wärmer. „Wir könnten die Iglus einfach stehen lassen, aber dann wären die Grundmauern im Juli noch nicht weggetaut.“ Also wird das Gebäude auseinandergesägt – und die großen Brocken zu einem See gebracht. Dort können sie langsam schmelzen. Im Sommer kann man an gleicher Stelle sein Zelt aufschlagen.

Daniel Knab wird dann aber wieder im Düsseldorfer Zooviertel wohnen...