Düsseldorfer Arztpraxen platzen aus allen Nähten

Ein Piekser, der hilft: Eine Impfung ist der beste Schutz vor der Grippe. Allerdings wirkt sie nicht sofort und muss jedes Jahr erneuert werde Ute Gabriel
Ein Piekser, der hilft: Eine Impfung ist der beste Schutz vor der Grippe. Allerdings wirkt sie nicht sofort und muss jedes Jahr erneuert werde Ute Gabriel
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Grippe geht in Düsseldorf um. Dem Gesundheitsamt wurden Anfang der Woche zahlreiche neue Fälle der ansteckenden Krankheit gemeldet. Für Senioren und Kinder kann sie gefährlich werden.

Düsseldorf..  „Wir haben wahnsinnig viel zu tun, unsere Wartezimmer sind voll“, heißt es aus der Praxis von Hausärztin Beate Gantke in Pempelfort. Die Grippewelle sorgt in Düsseldorf für überfüllte Arztpraxen und leere Arbeitsplätze. Dem Gesundheitsamt wurden Anfang der Woche zahlreiche neue Fälle der ansteckenden Krankheit gemeldet.

Gerade wo viele Menschen zusammenkommen, steigt das Risiko: In der Kindertagesstätte der Awo an der Grafenberger Allee haben Grippe und Erkältung „die Gruppen verkleinert“, sagt die Leiterin Bärbel Wischerath. Immer wieder müssen Eltern ihren kränkelnden Nachwuchs abholen. Aber wenn sich die Kinder einander anhusten, ist es oft schon zu spät.

Regelmäßig Händewaschen!

Die Grippe-Viren verbreiten sich hauptsächlich über die Schleimhäute, beim Husten und Niesen werden sie ausgestoßen und Verteilt. Auf Oberflächen können sie lange überleben, weshalb man an öffentlichen Orten möglichst wenig berühren sollte. Außerdem schützen regelmäßiges Händewaschen und möglichst wenig Körperkontakt mit anderen, aber auch einfach, nicht mit den Händen das eigene Gesicht zu berühren.

Grippesymptome ähneln stark einer normalen Erkältung. Während diese, wissenschaftlich als grippaler Infekt bezeichnet, allenfalls lästig ist, kann eine Grippe jedoch durchaus ernst werden: Der Kampf gegen die Viren, die die Krankheit übertragen, schwächt das Immunsystem des Körpers, so dass die Patienten anfälliger für andere Viren und Bakterien werden. Gerade ältere Personen und kleine Kinder seien daher gefährdet, sagen die Experten.

Christopher Schneider von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein rät, zur Vorbeugung auch den Arzt aufzusuchen: „Eine Impfung bietet grundsätzlich den besten Schutz“. Um den Grippeschutz im Rheinland sei es gut bestellt, auch wenn die akutellen Zahlen noch fehlen. Die Grippe-Imfpung muss jedes Jahr gemacht werden, da sich die Viren schnell verändern, Wissenschaftler sprechen von Mutationen. Eine Impfstoff, der gegen den Grippe-Erreger von 2013 schützt, kann in diesem Jahr wirkungslos sein. Optimal sei es, so Schneider, die Imfpung im Herbst zu machen, da sie zwei bis drei Wochen braucht, ehe sie wirkich schützt.

Gerade Ende des Winters häufen sich die Grippefälle, da die kalte Jahreszeit das Imunsystem immer mehr schwächt, so dass wir um diese Jahreszeit am empfindlichsten sind. Der enge Körperkontakt im Karneval tut ein Übriges dazu, dass sich die Krankheit verbreitet.

„Wer die Symptome einer Grippe feststellt, sollte sofort seinen Hausarzt aufsuchen“, rät Schneider. Diese sind Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen. Sie setzen bei einer Grippe gleichzeitig und plötzlich ein. In schweren Fällen kann der Arzt Medikamente verschreiben, oft reichen aber Ruhe, Wärme und viel trinken, um die Krankheit rasch auszukurieren.