Düsseldorfer AfD sieht mit Petry an Spitze keinen Rechtsruck

Die neu gewählte AfD-Vorsitzende Frauke Petry spricht auf dem Bundesparteitag der AfD in Essen.
Die neu gewählte AfD-Vorsitzende Frauke Petry spricht auf dem Bundesparteitag der AfD in Essen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der Wechsel an der AfD-Bundesspitze lässt die Düsseldorfer Parteimitglieder weitgehend kalt. Nur einer sei bisher ausgetreten, drei dazugekommen.

Düsseldorf.. Der Wechsel an der AfD-Bundesspitze hat bisher kaum Auswirkungen für den Düsseldorfer Stadtverband. Von den rund 200 AfD-Mitgliedern in der Landeshauptstadt ist nach Angaben der Partei eine Person ausgetreten, drei sind neu hinzugekommen. In anderen Städten hatte die Abwahl von Parteigründer Bernd Lucke auf dem Bundesparteitag in Essen zu einer Vielzahl an Austritten geführt – in Dortmund etwa erklärte fast der komplette Kreisvorstand seinen Rücktritt.

Rechtsruck „Das Wichtigste ist, dass die Grundsätze, nach denen die Partei gegründet wurde, weiterhin gelten“, sagt Wolfgang Osinksi, Mitglied des AfD-Vorstands Düsseldorf, ergänzt aber auch: „Sollte ich irgendwelche Fehlentwicklungen wahrnehmen, bin ich weg.“ Gar nicht gefallen hätten ihm etwa die Beschimpfungen und Buh-Rufe auf dem Bundesparteitag. „Toleranz ist das oberste Gebot“, sagt Osinski. Die Gefahr, dass sich die Partei mit der neuen Frontfrau Frauke Petry stärker nach rechts bewegen könnte, sieht der Düsseldorfer aber nicht. „Im neuen Vorstand erkenne ich sehr viele integre Persönlichkeiten.“ Dazu zählt Osinski ausdrücklich auch Beatrix von Storch, die mit ihren Auffassungen zu Frauen, Familie und Homosexualität selbst in der AfD umstritten ist.

Prognose: Jeder Zehnte tritt aus

Auch AfD-Ratsherr Nic Peter Vogel hält den Bundesvorstand für einen „guten Mix aus Konservativen und Liberalen“. Vogel: „Ich sehe keinen eindeutigen Rechtsruck.“ Der Wechsel an der Bundesspitze habe zudem nur wenig mit der Kommunalpolitik zu tun. Trotzdem glaubt er, dass letztendlich jedes zehnte Mitglied austreten werde. Für Vogel selbst komme das derzeit nicht in Frage. Aber: „Sollte sich die AfD in Richtung NPD oder Pro NRW entwickeln, müsste ich meine Meinung komplett überdenken.“