Das aktuelle Wetter Düsseldorf 12°C
Umwelt

Düsseldorf verliert viele Millionen Euro bei Grundwassersanierung

17.08.2012 | 09:00 Uhr
Düsseldorf verliert viele Millionen Euro bei Grundwassersanierung
Sauberes Wasser aus dem Hahn. Bisher konnte verhindert werden, dass verseuchtes Grundwasser die Trinkwasserschutzzonen erreicht. Dafür sind aber viele Millionen Euro nötig.Foto: Steffi Loos/dapd

Düsseldorf. Die Stadt Düsseldorf muss riesige Summen in die Sanierung des Grundwassers investieren, ohne einen einzigen Euro von den Verursachern zurück zu bekommen. Der Grund dafür ist vor allem, dass die jeweiligen Firmen oder Grundstückseigentümer zahlungsunfähig sind oder nicht mehr ausfindig gemacht werden können.

In diesen Fällen muss das Umweltamt selbst für die notwendigen Sanierungen sorgen. Das Rathaus bildet dafür seit 2009 sukzessive eine Rücklage von insgesamt 60 bis 70 Millionen Millionen Euro, um bis 2027 das Ziel zu erreichen, wieder sauberes Grundwasser in Düsseldorf zu haben.

Das ist auch die letzte Frist, die die EU-Wasserrahmenrichtlinie vorgibt. Inge Bantz, Vize-Chefin des Umweltamtes, ist davon überzeugt, dass die Rhein-Metropole die Frist einhalten wird. „Wir haben schon viel erreicht und einen großen Stück des Weges bereits zurückgelegt.“

Die Spuren von 150 Jahren Industriegeschichte

Die Herausforderung allerdings ist immens. 150 Jahre Düsseldorfer Industriegeschichte haben schwere Spuren hinterlassen. Ende der 80er Jahre sorgte der Umweltskandal für Schlagzeilen, weil eine Fassreinigungsfirma in Eller das Grundwasser verseuchte. Inzwischen sind 14 großflächige Grundwasser-Verunreinigungen bekannt, teilte Inge Bantz mit. Bei den Giften handelt es sich in erster Linie um krebserregende Chlorierte Kohlenwasserstoffe, Chromate um Perfluorierte Tenside (PFT), die auch in Löschmitteln vorhanden sind. Diese Chemikalien gelangten in der Regel wegen „fahrlässigen Umganges“ oder „schlicht aus Unkenntnis“ über die Giftigkeit des Produktes ins Grundwasser, so Bantz.

Es handelt sich um den größten Umweltschaden in Düsseldorf, der wohl zwischen 200 und 300 Millionen Euro kosten wird. Allein von 1990 bis 2011 mussten Düsseldorf, das Land und der frühere Altlasten- und Sanierungsverband dafür 82 Millionen Euro aufbringen. 47 Millionen Euro trug allein die Stadt.

Der bisher wichtigste Erfolg ist, dass die Trinkwasserschutzzonen bis auf einige kleinere Ablagerungen aufgrund gezielter Sanierungen verschont blieben. Im Stadtgebiet sind derzeit 32 Aufbereitungsanlagen in Betrieb, die Millionen Liter verseuchtes Grundwasser an die Oberfläche fördern und reinigen. Immerhin 15 Anlagen davon werden von privaten Unternehmen oder Eigentümern unterhalten, die für den angerichteten Schaden gerade stehen und sich zu ihrer Verantwortung bekennen. Bei den Verursachern handelte es sich meist um Industrieunternehmen, chemische Reinigungen, metallverarbeitende Firmen und auch Speditionen, die mit gefährlichen Chemikalien hantierten.

Michael Mücke



Kommentare
18.08.2012
17:04
Düsseldorf verliert viele Millionen Euro bei Grundwassersanierung
von xxyz | #2

Die Politik kann natuerlich dafuer sorgen, dass kontrolliert wird oder aber die Haftung durch Versicherungen, Haftung der Eigentumer etc einfuehren bzw durchsetzen.

Nur dann muss man handeln und nicht nur immer jammern und den Buerger zahlen lassen

17.08.2012
12:29
Das ist die Kehrseite der privatwirtschaft
von meigustu | #1

sie kann sich ohne Probleme durch Pleite entziehen.

Der spektakulärste Fall ist in jüngerer Zeit Envio in Dortmund. Wir brauchen endlich eine Durchgriffshaftung auf Muttergesellschaften und Aktionäre falls geltendes Recht gebrochen wurde.

Aus dem Ressort
Mauer am Rhein bekommt einen neuen „Anstrich“
Kuhna
Ihre besten Tage hat sie schon länger hinter sich: Die bunte Mauer am Rhein, ein Kunstwerk des Düsseldorfers Hermann-Josef Kuhna, fristet ausgeblichen und mit Graffiti vollgeschmiert sein Dasein. Doch jetzt wollen Künstler und Kulturausschuss der Wand neuen Glanz verschaffen: Statt neu streichen...
Jetzt gibt Geisel im Düsseldorfer Rathaus den Takt vor
Machtwechsel
Der erste Arbeitstag des neuen Oberbürgermeisters Thomas Geisel: Für den früheren Eon-Manager hat die Baumkampagne oberste Priorität, doch er setzt auch die kleinen, wichtigen Signale. Etwa in Sachen Schauspielhaus oder bei der Belegeung von Logenplätzen im Stadion.
Ermittlungen in Achenbach-Affäre auf Ex-Partner ausgeweitet
Kunsthandel
Der Skandal um den Kunstberater Helge Achenbach zieht weitere Kreise. Die Staatsanwaltschaft hat einen weiteren Verdächtigen im Visier, einen früheren Geschäftspartner der inzwischen aufgelösten "Berenberg Art Advice". Beide sollen betuchte Geldanleger beim Kauf von Kunst betrogen haben.
Farbenspiel im Blätterwald
Kunst
Die Installation der Künstlerin Katharina Hinsberg soll im Labor des K20, Grabbeplatz 5, ab morgen und noch bis 11. Januar 2015 nicht nur zum Anschauen sondern auch zum Mitgestalten einladen.
Supermarkt-Mitarbeiter stellt Ladendieb in Düsseldorf
Polizei
Auf frischer Tat ertappt: Ein 31-jähriger Mitarbeiter eines Supermarktes an der Ackerstraße in Düsseldorf hat einen Ladendieb gestellt. Er hatte ihn laut Polizei dabei überrascht, wie er Montagabend das Büro nach Wertsachen durchsuchte und an der Flucht gehindert, bis Polizisten eintrafen.
Fotos und Videos
Rockerkrieg in NRW
Bildgalerie
Bilderchronik
Saisoneröffnung
Bildgalerie
Fortuna
NRZ Leser auf der Kirmes
Bildgalerie
Hinter den Kulissen
St. Sebastianus feiert
Bildgalerie
Schützen