Düsseldorf hat mit Miriam Koch jetzt eine Flüchtlingsbeauftragte

Oberbürgermeister Thomas Geisel stellte am Donnerstag Miriam Koch als neue Flüchtlingsbeauftragte der Landeshauptstadt vor.
Oberbürgermeister Thomas Geisel stellte am Donnerstag Miriam Koch als neue Flüchtlingsbeauftragte der Landeshauptstadt vor.
Foto: Stadt Düsseldorf
Was wir bereits wissen
Die bisherige Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen ist als Leiterin der Koordinierungsstelle künftig unter anderem Ansprechpartnerin für Bürger beim Thema Bürgerkriegsflüchtlinge und Asylbewerber.

Düsseldorf.. Das Thema Bürgerkriegsflüchtlinge und Asylbewerber ist brisant. Steigende Zuweisungen stellen die Städte vor schwere Aufgaben, viele Bürger sind verunsichert. Auch in Düsseldorf. Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat darauf reagiert und mit Miriam Koch (48) eine städtische Flüchtlingsbeauftragte ernannt. „Die wachsende Zahl von Flüchtlingen ist eine der großen Aufgaben in Düsseldorf und stellt uns vor große Herausforderungen“, begründete Geisel seine Entscheidung am Donnerstag. Miriam Koch, die direkt im Dezernat des OB angesiedelt ist, wird künftig die Leitung des Runden Tisch Asyl übernehmen sowie als Ansprechpartnerin für die Bürger und die haupt- und ehrenamtlichen Helfer zur Verfügung zu stehen.

Miriam Koch, die als Kandidatin der Grünen vergangenes Jahr gegen SPD-Mann Geisel um das Oberbürgermeister-Amt angetreten war, erhielt von ihrem neuen Chef viel Lob. „Es gibt mehr was uns eint als was uns trennt“, sagte er mit Blick auf den OB-Wahlkampf. „Frau Koch ist als engagierte, kenntnisreiche, sehr motivierte und sachorientierte Kollegin prädestiniert für diese Aufgabe.“ Die bisherige Geschäftsführerin der Grünen-Stadtratsfraktion hatte sich um das Amt nicht beworben, sondern wurden vom OB gefragt. Obwohl sie nach dem Wahlkampf dieses Jahr ruhiger angehen lassen wollte, „konnte ich dieses Angebot nicht ablehnen“.

Sie dankte Geisel für das Vertrauen und hat bereits einige Ideen parat. So kann sie sich die Gründung von Willkommens-Initiativen vorstellen sowie weiteres bürgerschaftliches Engagement für Flüchtlinge. Gleichzeitig übte Miriam Koch Kritik an der vorherigen Stadtregierung, die das Thema Flüchtlinge und deren Unterbringung verschlafen habe: „Andere Städte haben seit langem Meditationsverfahren, die frühere Stadtspitze hat das über Jahre versäumt.“ Vor den absehbaren Probleme stehe man nun.

Nach Auskunft von Oberbürgermeister Geisel gab es zum 31. Januar 2255 Flüchtlinge in Düsseldorf, von denen 750 in Hotels untergebracht sind. Bis Ende des Jahres wird die Zahl der in Düsseldorf lebenden Flüchtlinge auf 5000 steigen.

Die Stadt sucht derzeit dezentrale Unterbringungsmöglichkeiten, beispielsweise in leerstehenden Gebäuden der LVR-Klinik an der Bergischen Landstraße in Ludenberg. Auf dem Gelände der Bergischen Kaserne in Hubbelrath gibt es Pläne des Landes, eine Erstaufnahmestelle einzurichten. Ankommende Flüchtlinge bleiben hier nur wenige Tage und werden dann Städten und Gemeinden zugeteilt.