Düsseldorf behält historische Gaslaternen

Gaslaternen in der Düsseldorfer Altstadt.I Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool
Gaslaternen in der Düsseldorfer Altstadt.I Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool
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Düsseldorf..  Im Streit um Düsseldorfs Gaslaternen hat sich OB Dirk Elbers eingeschaltet. Er hält aus Klimaschutzgründen an der Umrüstung von Gas auf umweltfreundliche Techniken fest. Die 4500 historischen Gaslaternen bleiben aber unangetastet.

Dazu zählen die 4300 Leuchten „Alt-Düsseldorf“, die vor allem in der Altstadt und in den Gründerzeitvierteln stehen, sowie die 200 Laternen im Hofgarten (Modell Frankfurt).

Von den insgesamt 17 000 Gaslaternen sollen in den kommenden fünf Jahren fast 1400 ausgetauscht beziehungsweise auf Strom umgestellt werden. Das würde nur acht Prozent des gesamten Bestandes betreffen. Aber auch nach dem Jahr 2015 gehe das Umrüstungsprogramm weiter.

Elbers betonte, dass die Bezirksvertretungen vor Ort ein Mitspracherecht hätten. Gegen deren Willen sollen keine Laternen entfernt werden. Auch sollen Lampen in historischen Stadtvierteln und denkmalgeschützten Bereichen weiter geschützt bleiben. In den nächsten Jahren sollen vor allem Leuchten an Hauptverkehrsstraßen und in Gewerbegebieten ersetzt werden. An stark befahrenen Straßen sei helleres Licht nötig. Diese Eckpunkte sind im Masterplan „Energieeffizienz Straßenbeleuchtung“ festgezurrt, der erst im Herbst in den politischen Gremien vorgestellt und beschlossen werden soll.

„Das ist Düsseldorf,
das ist Heimat“

Für die Bürgerinitiative „Pro Gaslicht“ , an deren Spitze Gabriele Henkel steht, geht der angestrebte Kompromiss nicht weit genug. Zwar wird der Erhalt der historischen Laternen begrüßt, aber die Initiative will das gesamte Netz der gasbetriebenen Leuchten als Industriedenkmal retten und kämpft für die Eintragung in die Weltkulturerbe-Liste der Unesco. Nirgendwo gebe es noch einen so dichten und intakten Laternen-Verbund. „Das ist Düsseldorf. Das ist Heimat“, appellierte Sprecher Georg Schumacher an die Zweifler. Auch der Landeskonservator bewertet den Düsseldorfer Bestand als international „einzigartig“.

Erst am Montag stellte die Initiative der CDU-Fraktion ihre Pläne vor. „Wir hoffen, dass wir zur Nachdenklichkeit angeregt haben“, so Schumacher. Die Äußerungen des OB wollte er nicht kommentieren. „Es ist besser, miteinander als übereinander zu reden. Wir bemühen uns um ein Gespräch mit ihm.“

Die Streiter für die Gaslaternen halten eine Umrüstung auf Strom auch aus ökonomischer Sicht für wenig sinnvoll. Die Gesamtkosten würden bei 140 Millionen Euro liegen. Der Ausstoß an klimaschädlichen Kohlendioxiden mache nicht mal zwei Prozent aus.