„Dügida“ will auch Rosenmontag in Düsseldorf demonstrieren

Bei der Dügida-Demonstration in Düsseldorf waren die Gegendemonstranten deutlich in der Mehrheit.
Bei der Dügida-Demonstration in Düsseldorf waren die Gegendemonstranten deutlich in der Mehrheit.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Jetzt droht der Demonstrations-Marathon. Und auf die Düsseldorfer Polizei kommen nun wohl anstrengende Wochen zu. Acht Festnahmen am Montag.

Düsseldorf.. Die Rechtsradikale Melanie Dittmer hat bis zum 27. April dieses Jahres jeden Montag Dügida-Demonstrationen in der City gebucht. Das heißt, auch am Rosenmontag wollen die Rechten auf die Straße. An Karneval mag Andreas Czogalla aber noch gar nicht denken. „Wir müssen jetzt von Fall zu Fall entscheiden und von Montag zu Montag“, sagte der Polizeisprecher am Dienstag. Einen Tag, nachdem 350 Islam-Gegner und 5500 Gegendemonstranten auf den Straßen waren und dafür sorgten, dass rund 1000 Beamte keine ruhige Minute hatten.

Die Eindrücke vom Vorabend waren noch frisch. Am Montagabend hatte die Polizei rund fünf Stunden lang die Straßen rund um den Hauptbahnhof hermetisch abgeriegelt. Erst um kurz vor acht Uhr war „Dügida“ losgezogen, nachdem sich die Rechten fast zwei Stunden lang vor dem alten Rex-Kino aufgehalten hatten

Wenige Meter entfernt, 500 Leute aus der Antifa-Szene. Ein explosives Gemisch, beide Gruppen streng bewacht von Kräften der Hundertschaft. „Das hatten wir am Hauptbahnhof so noch nie, dass wir über einen so langen Zeitraum eine statische Versammlung hatten, und Demo und Gegendemo so eng

beieinander waren“, so Czogalla.

Mit Ausnahme der friedlich-bunten Kundgebung des Düsseldorfer Appells vor dem DGB-Haus an der Friedrich-Ebert-Straße sahen sich die Beamten am Montag ganz klar einer Demo Rechts gegen Links gegenüber. Unter den rund 350 so genannten Islam-Kritikern zahlreiche Neonazis aus Dortmund, Mönchengladbach oder dem Bergischen Land. Auf der anderen Seite auch gewaltbereite Linksautonome.

Dügida Acht Festnahmen

Die Polizei hatte am Ende vier Leichtverletzte zu beklagen, die Täter allesamt aus den Reihen der Gegendemonstranten. Drei Beamte waren gestern glücklicherweise wieder dienstfähig. Ein weiterer Mann, den ein Flasche am Kopf getroffen hatte, befand sich indes noch in Behandlung. Es gab insgesamt acht Festnahmen, vier wegen Körperverletzung, dreimal wegen des Verstoßes gegen das Vermummungsverbot, einmal wegen des Abbrennens von Pyrotechnik.

„Dügida“-Initiatorin Dittmer hat die nächste Kundgebung für kommenden Montag bereits angemeldet. Auch Gegenveranstaltungen (Flüchtlingshilfe Stay!, fiftyfifty) sind schon gebucht. Fraglich allerdings, ob es dann wieder zum fast direkten Aufeinandertreffen am Hauptbahnhof kommen wird. Der Aufwand vor Ort war am vergangenen Montag für die Einsatzkräfte riesig. „Wir gehen jetzt in die Kooperationsgespräche mit allen Beteiligten und mit den Eindrücken vom letzten Mal“, so Czogalla. Grundsätzlich könne man aber nichts verbieten, das Demonstrationsrecht sei nun mal ein sehr hohes Gut, „und wir sind Anmelde- und nicht Genehmigungsbehörde“.