Drohbrief eines 77-Jährigen

Mit Wut im Bauch einen Drohbrief ans Jobcenter zu schreiben, ist einem Hausbesitzer (77) aus Unterrath vor rund einem Jahr nicht gut bekommen. Wegen Nötigung musste er gestern auf die Anklagebank beim Amtsgericht. Im Brief hatte er angekündigt, handgreiflich bis gemeingefährlich zu werden, falls er wegen einer Mietzahlung für eine seiner Mieterinnen nochmal beim Jobcenter vorsprechen müsse. Mitarbeiter des Jobcenter seien dadurch, so die Anklage, zu einer Antwort genötigt worden.

Der Hauswirt gab gestern an, jene Mieterin habe die Zahlungen durch das Jobcenter zuvor mehrfach „durchgebracht“ – und er als Vermieter sei dann leer ausgegangen. Also sei mit dem Jobcenter vereinbart worden, dass die Miete für jene Frau direkt an den 77-Jährigen gezahlt werden sollte. Als das nicht klappte und der Hauswirt persönlich beim Jobcenter vorsprach, habe sich der Angeklagte dort behandelt gefühlt „wie ein Idiot“. Zornschnaubend habe er zuhause dann jenen Brief formuliert und abgeschickt. Weil der Senior bisher unbescholten war, hätte die Richterin das Verfahren gegen 150 Euro Buße eingestellt. Doch das ist gestern am Widerstand der Staatsanwaltschaft gescheitert. Also wird der Prozess Ende Mai fortgesetzt.