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IS-Prozess

Drei mutmaßliche IS-Unterstützer in Düsseldorf vor Gericht

21.01.2015 | 10:43 Uhr
Drei mutmaßliche IS-Unterstützer in Düsseldorf vor Gericht
Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf hat der Prozess gegen drei mutmaßliche IS-Unterstützer begonnen.Foto: dpa

Düsseldorf.  Zwei Frauen und ein Mann aus Bonn sollen sich an der Finanzierung der Terrormiliz "Islamischer Staat" beteiligt haben. Jetzt stehen sie vor Gericht.

Drei mutmaßliche Helfer der Terrorgruppe Islamischer Staat stehen seit Mittwoch in Düsseldorf vor Gericht. Die zwei Frauen (22/25) und ein Mann (22) aus Bonn sollen den Terroristen Geld und Ausrüstung beschafft haben. Die Bundesanwaltschaft sieht darin eine Unterstützung der Terrorgruppe und die Vorbereitung eines Terroranschlags. Den Angeklagten drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Die Hauptangeklagte Karolina R. (25) erschien im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts hinter Panzerglas im blauen Tschador, bewacht von drei Justizbeamten. Die junge Mutter aus Bonn soll nach islamischem Recht mit einem IS-Terroristen verheiratet sein. An ihn floss laut Bundesanwaltschaft auch die Unterstützung: Helm- und Brillenkameras für Propagandavideos sowie insgesamt 11.000 Euro.

Der Mann aus Bonn ist im Internet in einem Video, das nahe der syrischen Stadt Homs entstanden sein soll, vor aufgetürmten Leichen zu sehen: "Wie ihr sehen könnt, haben wir geschlachtet", ruft er begeistert. Zwischenzeitlich soll er in Gefangenschaft geraten, aber bei einem Austausch wieder freigekommen sein.

Der IS sei für Anschläge, Entführungen und Erschießungen verantwortlich, sagte Staatsanwalt Simon Henrichs beim Verlesen der Anklage. Die Terrormiliz stehe für Massaker an der Zivilbevölkerung wie etwa Bombenanschläge in schiitischen Wohngebieten.

Mutmaßliche Helfer der Terrorgruppe schweigen

Das Trio schwieg beim Prozessauftakt und wollte weder zu den Vorwürfen noch zum eigenen Lebenslauf Stellung nehmen. Verteidiger Carsten Rubarth sagte zu dem martialischen Auftritt des Lebensgefährten seiner Mandantin in dem Video: Dies sei zwar emotional eine Hypothek für seine Mandantin, "aber Sippenhaft gibt es in Deutschland nicht. Das Gericht wird das ausblenden müssen." Der Senat habe nicht nur zu überprüfen, ob tatsächlich Geld geflossen sei, sondern auch für welche Zwecke.

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Karolina R. sitzt seit fast zehn Monaten in Untersuchungshaft. Ihre beiden Mitangeklagten sind auf freiem Fuß. Alle drei sind deutsche Staatsangehörige. Die 25-Jährige soll mit ihrem Kleinkind, drei Kameras und mehr als 5000 Euro nach Syrien gereist sein.

Zurück in Deutschland soll sie ihrem Mann seit Dezember 2013 noch einmal gut 6000 Euro übersandt haben - zweimal mit Hilfe der beiden Mitangeklagten, die 2200 Euro für die Terrorgruppe gesammelt haben sollen. So sieht es die Bundesanwaltschaft.

Ende März 2014 wurde Karolina R. verhaftet. Das Gericht hat bis April 25 Verhandlungstage angesetzt, will 50 Zeugen und Sachverständige hören. (dpa)

Kommentare
21.01.2015
11:53
Drei mutmaßliche IS-Unterstützer in Düsseldorf vor Gericht
von snowboarder70nrw | #1

Anklagen, verurteilen und Ausweisung nach Irak oder Syrien. Natürlich in Verbindung mit Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit bzw...
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1 Antwort
... in Verbindung mit Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit...
von messerjockel | #1-1

Stimmt eigentlich - in faschistischen Systemen kann es so einfach sein die Bürgerrechte zu entziehen. Hat man ja in der DDR auch schon mal gerne gemacht. Ich für meinen Teil würde die Leute lieber im Knast wissen als auf syrischen Schlachtfeldern, wo sie am Ende noch auf Menschen schießen.

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2015-01-21 10:43
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