Drei Jahre Haft für Treppenstoß
14.02.2012 | 14:54 Uhr 2012-02-14T14:54:00+0100
Düsseldorf.„Ich war das nicht!“ Dabei blieb der 26-Jährige auch im zweiten Prozess um den Stoß einer Seniorin (86) von der Treppe. Der junge Mann war deshalb wegen Raubes angeklagt. Zweifel an seiner Schuldfähigkeit räumte ein Sachverständiger jetzt aus, daher wurde er jetzt zu drei Jahren Haft verurteilt.
Die alte Dame war gerade mit ihrem Rollator vom Einkaufen gekommen. Ein junger Mann sprach sie an der Tür an der Kruppstraße an, ob er helfen könne. Sie verneinte, er lief an ihr vorbei die Treppe hoch. „Da kommt er runtergerannt und schmeißt mich um“, berichtet die Seniorin. Sie fiel bis auf den nächsten Absatz, der junge Mann schnappte sich ihre Börse und verschwand.
Die 86-Jährige erlitt zum Glück nur Prellungen. Zudem tauchten ihre Urenkelinnen, 17 und 19 Jahre, auf. Sie trafen den Räuber noch an der Tür. Tage später erkannten sie ihn wieder, riefen die Polizei.
Im ersten Prozess wurde unerwartet bekannt, dass der Angeklagte an einer Psychose litt. Das ließ das Gericht prüfen. Ein Gutachter erklärte jetzt, die Erkrankung habe sich völlig beruhigt, der 26-Jährige sei voll schuldfähig. Auch seinen geringen Heroinkonsum könne man nicht strafmildernd werten. Die Urenkelinnen waren als Zeuginnen völlig sicher, den Angeklagte wiederzuerkennen.
Das Gericht verurteilte den einschlägig Vorbestraften wegen Raubes. Er habe die Wehrlosigkeit der Seniorin ausgenutzt. Es sei nur Zufall, dass sie kaum verletzt wurde: „Das hätte viel schlimmer ausgehen können!“, so der Richter.
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