Drei Düsseldorfer Museen öffnen in diesem Jahr wieder

Im Aquazoo wird’s auch wieder Maifische zu sehen geben.
Im Aquazoo wird’s auch wieder Maifische zu sehen geben.
Foto: WAZ FotoPool
Mit dem Aquazoo, dem Schifffahrtsmuseum und der Gedenkstätte feiern 2015 drei Museen Wiedereröffnung. Kosten für die Sanierung: rund 16 Mio. Euro.

Im neuen Jahr gibt es in der Düsseldorfer Kultur viele Gründe anzustoßen – wenn die restlichen Bauarbeiten nach Plan laufen. Drei ganz unterschiedliche Institute sollen ihre Wiedereröffnung feiern. Bei allen wurde nicht nur das Gebäude saniert: Die Ausstellungen wurden neu konzipiert und wissenschaftlich und didaktisch auf neuesten Stand gebracht. Eine Übersicht:

Mahn- und Gedenkstätte: Den Anfang macht Düsseldorfs Museum für die NS-Zeit. Die Mahn- und Gedenkstätte war seit 2011 geschlossen, nun kehrt sie ins historische Stadthaus an der Mühlenstraße zurück. Der Bau ist fertig, im Mai soll die Eröffnung gefeiert werden. Die Stadt hat die Museumssäle vergrößern lassen, sie wirken nun heller und einladender. Zudem verfügt die Gedenkstätte durch eine Erweiterung ins Haus an der Andreasstraße und die Nutzung des Innenhofs über die dreifache Fläche. Der Umbau wurde mit 2,1 Millionen Euro veranschlagt, die aus der Stadtkasse fließen.

Malerische Lage

Die Dauerausstellung wird sich mit dem Thema „Kinder und Jugendliche in der NS-Zeit“ befassen und den aktuellen Forschungsstand und Zeitzeugenberichte aus dem Archiv des Instituts einarbeiten. Architektonischer Höhepunkt ist der Innenhof: Er wurde zu zwei Dritteln überdacht. Freistehende Betonwände in dem Glaskasten bilden einen Kontrast zum historischen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert.

Schifffahrtsmuseum: Das Museum im Schlossturm verfügt über die malerischste Lage der Stadt – allerdings bietet das historische Gemäuer sehr wenig Platz. Deshalb sind die Mitarbeiter überglücklich, dass sie schon ihre neuen Büros an der Bolkerstraße beziehen konnten. Erstmals hat das Museum für die Geschichte der Schifffahrt dort genug Platz, sein Archiv an einer Stelle zu lagern und auch nach Voranmeldung für Recherchen zu öffnen.

Aquazoo-Sanierung am teuersten

Einige Wochen nach der Mahn- und Gedenkstätte soll dann auch das Museum in Düsseldorfs Wahrzeichen auf dem Burgplatz wiedereröffnen – mit komplett überarbeiteter Ausstellung, die mit neu verfassten Schautafeln und interaktiven Elementen über die Schiffahrt informiert, natürlich unter besonderer Berücksichtigung des Rheins und der Hafenstadt Düsseldorf. Bis dahin ist noch viel Arbeit zu verrichten: Die alten Aufbauten sind entfernt, gerade werden neue Innenwände gezogen. Dann erst kann die Ausstellung aufgebaut werden. Die Gesamtkosten schlagen mit 830.000 Euro zu Buche.

Aquazoo: Die spektakulärste Wiedereröffnung ist natürlich die von Düsseldorfs Tierpark. Allerdings handelt es sich auch um die teuerste und komplizierteste Sanierung. Wann das Spezialgebäude am Nordpark für Besucher wieder öffnen kann, mag man bei der Stadt deshalb so genau noch nicht sagen. Die Rede ist vom Herbst. Seit November 2013 ist der Zoo geschlossen.

Die Abbrucharbeiten sind fertig, auch Lüftung, Kühlung und ein Blockheizkraftwerk wurden eingebaut. Weil die Arbeiten an der Fassade abgeschlossen sind, wird bald das Gerüst verschwinden. Dann können auch die Teiche neu befüllt werden. Drinnen ist aber noch einiges zu tun, und auch die Eingewöhnung der Tiere braucht Zeit.

Südafrikanische Pinguine

Die Tiere haben für die Arbeiten ihre Gehege und Aquarien verlassen. Die Größeren und Empfindlichen, wie Pinguine und Otter, sind in andere Zoos gebracht worden. Rund 85 Prozent des Bestands sind an andere Stellen im Gebäude gebracht worden. Das sind Insekten, Fische, Reptilien und Amphibien. Die 50 Mitarbeiter arbeiten in Containern hinter dem Haus. Das zugehörige Museum wird komplett neu gestaltet. Ein neues Highlight werden die südafrikanischen Pinguine, die für das neue Gehege unter freiem Himmel kommen.

12,9 Millionen Euro investiert die Stadt in die Sanierung. Hinzu kommen 1,8 Millionen Euro als Spende vom Freundeskreis. (arl)